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Genealogie-Tagebuch


Unsere Heimatreise (Mutti, Lisa und ich) 1.7. - 5.7.2019
- Montag, den 1.7.2019 Ankunft gegen Mittag Burgfriede Löcknitz, Nachmittag treffen wir Sven Willnow das erste Mal - er kommt zu uns in die Burg- Kaffee und kennenlernen
Völlig aufgeregt, dass wir das erste Mal in die alte Gärtnerei in Ramin Dorfstraße 43 dürfen. Sven hat dazu einen Schlüssel. Er ist sehr höflich, sehr zuvorkommend und voller Aufregung fahren wir mit ihm gemeinsam dorthin. Als wir ankamen wurde mir komisch. Ich fühlte mich wie mit 6 Jahren, meine Kindheit erwachte zum Leben. Sven öffnete das Schloss zum Tor, Spannung und ich sah Günther und Inge vor mir...Wir betraten das Grundstück. Das Haus mit der wunderschönen Veranda war ziemlich unverändert. Der Verkaufsschuppen war leider ziemlich verrümpelt, kaputte Scheiben. Die Gärtnerei war ziemlich zusammengefallen. Manche Gebäudeteile standen nicht mehr. Ein kleines Gewächshaus war kaum zu erkennen. Die Seitenwände fehlten. Hinten raus standen noch die alten Mauern, einige Reste vom Gebäude. Der Stall auf der linken Seit steht auch noch, wenn auch mit offener Tür. 
Herzrasend drückte Sven uns den Schlüssel zur Veranda in die Hand. Wir durften selbst öffnen. 
Das Schloss war ziemlich schwergängig. Die Tür öffneten wir mit knarrendem Geräusch. Hier war ich so oft als Kind, in dieser Veranda, auch die alte Eckbank stand noch da wie früher.... der Tisch fehlte. Mit einer Freude im Herzen und einem weinenden Auge betrat ich den Flur, weiter in die Küche. Es ist noch alles vorhanden, die alten Möbel, nur sehr zerwühlt. Ich entdeckte hier wahre Schätze wie alte Fotos, Papiere, Unterlagen, das alte Geschirr, was in diesem Haus genutzt wurde. Die Strohbilder hingen noch an den Wänden. 
Ich wusste, dieses Haus in all seiner altertümlichen Schönheit ist nicht innerhalb einer Woche zu schaffen. 
Das Interessanteste war noch der alte Dachboden. Die alten Schränke standen noch da, Kleidung von Günter und Inge hängt im Schrank. Leider ist der Dachboden in einem wüsten Chaos von Papieren, Utensilien. Alle Gärtnerbücher, Unterlagen befinden sich zerstreut auf dem Boden und im Kleiderschrank. Alte handgeschriebene Gärtnerbücher finde ich. Ich freue mich und würde am liebsten alles mitnehmen. Leider habe ich nur eine 4 Raum Wohnung. Wie gerne würde ich dieses Haus pflegen wollen und es immer wieder besuchen wollen, nicht nur wegen seiner Schätze , sondern auch wegen dem plötzlichen "wieder Kind sein"...und den Emotionen.
Ich wühlte aufgeregt durch alle Räume und Sven sagte aber, ich kann mir Zeit lassen, alles Stück für Stück machen. Doch ich wollte am liebsten gleich alles durchstöbern, da ich nicht weiß, wann wird das Haus verkauft. Denn davon erzählte Sven, dass es verkauft werden soll und das Innenleben, die Schätze, alle entsorgt werden, auf den Müll kommen. Dabei blutet mir das Herz. Wie gerne wäre ich hier wieder öfter und würde gern meine Urlaub mit den Kindern hier verbringen. Wenn ich das Geld hätte, würde ich dieses Prachtstück sofort kaufen. Aber daraus wird leider nichts. 
Nach guten 4 Stunden mussten wir doch langsam den Heimweg antreten. Wir beschlossen, gemeinsam mit Sven noch einen Abendspaziergang durch Löcknitz zu machen. Wir gingen hinten hinter der Burg den langen Weg entlang Richtung Innenstadt zum Löcknitzer Park. 
Ich sah mich im Park um, der wahrscheinlich viele Geschichten aus hunderte von Jahren erzählen kann. Sven lief mit Lisa und Mutti den Weg entlang und Sven übte mit Lisa Absprung beim Hochsprung, allerdings hatte er nur "Clockis" an. Plötzlich hörte ich ein dumpfes Klatschen. Ich drehte mich erschrocken an und sah Sven auf dem Boden liegen. Ich lief zu ihm, Lisa stand daneben, hilflos und ängstlich. Wir mussten den Notarzt rufen und der RTW nahm Sven mit ins Krankenhaus nach Pasewalk. 
Sven vertraute mir seinen Wohnungsschlüssel an, damit ich ihm Kleidung nachbringen kann. Auch den Schlüssel für die Gärtnerei gab er mir, damit ich meinen Traum dort noch verwirklichen konnte. Das schätzte ich sehr und war sehr dankbar , dass er uns vertraute. 
Ein Mega Dankeschön an Sven !!!
Dienstag, 2.7.2019:
Wir frühstück wie immer ganz in Ruhe. Anschließend gehen wir bei KIK in Löcknitz kurz Bekleidung kaufen. Aus Svens Wohnung holen wir die noch fehlenden Sachen. Anschließend fahren wir im herrlichen Sonnenschein nach Polen und ich lasse dort das erste Mal mein Auto gründlich reinigen. 
Sven ruft an, ob ich ihn 13.00Uhr abholen kann. Dies ging nun natürlich nicht, da ich mein Auto gerade erst in der Anlage zum Reinigen abgegeben habe.
Gegen 16.00Uhr kehrten wir wieder in Löcknitz ein. Ich setzte Oma und Lisa ab und wollte los, Sven aus dem Krankenhaus in Pasewalk abholen. Gut, dass ich vorher nochmal anrief, denn er wurde noch nicht entlassen, da der Arztbrief noch nicht geschrieben war.
So ergriff ich die günstige Gelegenheit nochmal in die alte Gärtnerei zu fahren. Das war natürlich super für mich.
Abends kehrten wir gegen 18.30Uhr zurück. Ich holte Sven aus dem Krankenhaus ab.
Mittwoch: 3.7.2019:
Heute ist der erste Besuch in der Heimatstube in Ramin geplant um 15.00 Uhr. Das hat Sven bei Gudrun Löwn organisiert, denn sie hat den Schlüssel zur Heimatstube, in der die alten Schätze des Dorfes lagern, wie Fotos, Unterlagen, Utensilien vereinzelter Haushalte und verstorbener Raminer.
Wir konnten Mutti heute überreden doch bis Samstag zu bleiben. Ursprünglich wollte sie Donnerstag, spätestens Freitag wieder nach Berlin zurück.
Trotzdem werden wir nicht alles schaffen, Friedhöfe, Heimatstube Papiere durchforsten und abfotografieren, Gärtnerei und Haus der Willnows durchstöbern und auch für Lisa muss ja etwas abfallen an kindgerechte Freizeitgestaltung.
Lisa möchte unbedingt Ruinen (Lost Places) anschauen. Davon gibt es in dieser Gegend zum Glück genügend, alte Bauernhäuser, die große Getreidefabrik am Bahnhof Grambow (aus Richtung Ramin kommend gleich rechts hinter den Bahngleisen). Die alte Schule, POS Ernst Schneller in Grambow, wurde nach einem Brand 2018 leider abgerissen.
Nach unserem Frühstück fuhren wir noch einmal schnell zu KIK, dann weiter auf der Suche nach Salzow und den Leichensee haben wir uns noch vorgenommen. Nach ca. 2 Stunden Suchen (Salzow und Rötsee) , wir fuhren über Acker , Feldwege und Waldwege haben wir Salzow erstmal aufgegeben. Wir schauten an einem angrenzenden Zaun und ich vermutete, dass sich Salzow hier einst befand. Damit lag ich gar nicht falsch, wie sich später heraus stellte.
Wir fuhren wieder nach Löcknitz zum Essen in die Gaststätte von Drebelow, gleich nahe der Burg. Pünktlich zu 15.00 Uhr waren wir in der Heimatstube in Ramin. Voller Spannung lief ich hinter Gudrun, was sie wohl alles hier gelagert hatte. Ich sah so viele alte Möbel, Gegenstände und viele Ordner, Hefter mit Papieren gefüllt, dass es mich fast erschlug und ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Ich schaffte an diesem Nachmittag nur einen Hefter und einen Ordner. Nebenbei tranken wir Kaffee und wir wir hatten Kuchen mitgebracht. Gegen 17.00Uhr sind wir auf den Raminer Friedhof gegangen.. Nach dem Friedhofsrundgang spazierten wir noch eine Stunde durch das verlassen schweigsame Heimatdorf Ramin, die Dorfstraße entlang. Traurig, wie sehr sich hier alles verändert hat, viele Häuser sind zu halben Ruinen geworden, manche Häuser wurden neu gestrichen und Häuser wurden neu gebaut. Der alte Konsum steht schon viele Jahre nicht mehr. Opa`s Haus und der Stall, der Schuppen sehen grausam aus. An dem Haus, unschöne Fenster, wo man versucht hat kleinere Fenster einzusetzen und die Randmauern der Fenster sind nicht erneuert worden, ein hässliches Ansehen. Das Dach des Stalles ist zur Hälfte nicht mehr da, der alte Holzschuppen steht bsi auf eine Mauer nicht mehr und der Schuppen droht bald einzustürzen. Die Waschküche und die Garage sind noch halbwegs unverändert. Der Durchgang vom Holzschuppen zum Garten ist nur noch ein Weg , an dem links und rechts Reste der eingestürzten Mauern und der Dächer liegen. Der kleine Vorschuppen, der sich vor der Scheune befand steht nicht mehr. Hier fühlten sich einst viele Hühner und ein Hahn wohl.
An manchen Schildern stehen tatsächlich noch alte Namen, an die ich mich erinnern kann. Mittlerweile wohnen viele polnische Mitbürger in Ramin. Gegen 19 Uhr kehrten wir nach Löcknitz zurück.
Meine Planungen, was ich in den nächsten 2 Tagen noch machen wollte:
 Opas Haus ansehen und Grundstück, Garten
Zum Amt Löcknitz
Friedhöfe in Schmagerow und 2x Retzin und Sonnenberg sowie Ruine in Neu Grambow, Grüne Laube und Grenzdorf, noch einmal in Willnows Haus. Eventuell Fahrt nach Ziegenort Hammer, Mönchkappe und Wintersfelde. Großvater kommt aus Mönchkappe und "Mama", meine Uroma aus Wintersfelde. Beides heute in Polen.
Am Donnerstag fuhren wir nach Ziegenort, in der Hoffnung, es sei das Hammer, aus dem mein Opa kommt. Später stellte sich durch Jürgen Kampfhenkel heraus, dass es das falsche war, zwar in der Nähe, aber wir müssen nach Drogorodz (Hammer damals).
Auf dem Rückweg besuchten wir Regina Roth (ihre Mutter Gerda war die Schwester meines Opas) in Neu Grambow LPG Straße (Weg).
Am Abend besuchten wir spontan Rosi Hoppe in Löcknitz, Straße der Republik. WIr sahen sie gute 30 Jahre nicht und dennoch haben wir uns wieder erkannt. Das war eine Freude.

Freitag, 5.7.2019:
Es ist der 1. Todestag von Tante Gitti. Nun ist es schon wieder ein Jahr her, an dem sie ihrer schweren Krankheit erlag.
Um 10.00 Uhr waren wir mit der polnischen Familie, die jetzt in Opas Haus und Wilhelm Seegers Haus wohnen, verabredet. Sehr gastfreundlich nahmen sie uns auf. Wir schauten uns um, in Muttis Geburtshaus, von dem innen kaum noch etwas an damals erinnert, Sämtliche Räume, Mauern wurden umgestaltet und verändert.
Wir zeigten ihnen, welche Stube sich wo befand. Auch einige alte Bilder, die ich auf meinem Handy habe zeigte ich ihnen. Sehr gespannt hörten sie uns zu.
Nach dem Mittag führte uns der Weg zu Erwin Jaß im Holzweg. Wir klingelten an seiner Haustür. Gespannt warteten wir. Ca. 40 Jahre haben wir ihn nicht gesehen. Es dauerte ziemlich lange, bis sich die Haustür öffnete und ein kleiner alter Mann in der Tür stand und uns anschaute. Wir sagten wer wir sind und er verstand uns nur sehr schwer. Leider hört er schwer und ist erblindet. Er konnte es kaum fassen, "JA, Gisela Känn und dat Mäicken...kümmt rin" sagte er freudig. Wir setzen uns zu ihm in die Wohnstube und sprachen über seine Situation. Wir mussten fast schreien , dass er uns verstand. Viel konnte er uns an diesem Tag noch nicht erzählen, da wir nicht so lange bleiben konnten, sonst hätte sich Lisa gelangweilt und das laute Sprechen fällt schwer. Auch ihn strengte es an. Aber ich nahm mir vor ihn auf jeden Fall noch einmal zu besuchen.

Samstag, 6..7.2019
Wir fuhren ein letztes Mal zum Haus Willnow und anschließend zum Lebehner See um dort zu picknicken. Wir hatten tolles Wetter, die ganze Woche.

Salzow im Sommer 2019:
Ich war mit Lisa wiedermal in Löcknitz bei Bärbel Retzlaff. Wir übernachteten in der Burg, wie immer.
Am Vormittag waren wir gemeinsam unterwegs. Ich wollte nach einer bereits gescheiterten Suche beim letzten Mal erneut unbedingt Salzow finden. So in etwa wusste ich ja, wo die Überreste sich befinden müssten. Ich begab mich also allein auf die Suche, fuhr aus Löcknitz heraus, rechts rein auf die Straße nach Retzin, kurz vor Retzin Ausbau ging es links in den Salzower Weg rein und wieder in eine Waldgabelung. Ich ließ mein Auto an einer Wegecke stehen und begab mich zu Fuß weiter auf die Suche nach Resten der alten Gemäuer. Ich lief und lief und konnte nichts entdecken. Doch plötzlich, im Sonnenschein strahlend , sah ich durch das Dickicht eine alte länge Mauer in einer U Form und ich glaubte nicht richtig zu sehen...Ich war richtig happy, ja, es waren die letzten Spuren von Salzow. Endlich, ich habe es gefunden. Ich nahm mein Handy um Fotos zu machen. Ich war entsetzt, wie die Natur sich all diese Mauern wieder holte. Es standen lediglich noch kleinste Steinreste, zusammengefallenen Bretter an dem großen Sandhügel, auf dem einst wahrscheinlich das Gut von Salzow stand. Kaum zu glauben, bis auf diese U Mauer, gab es keine stehenden Wände mehr, keine Mauern, wenige Steinreste als Mauer stehend noch im Boden. Gigantisch aber, ich habe Salzow gefunden.Plötzlich bemerkte ich, die Dunkelheit brach herein. Oh je, versunken in meinen Gedanken an die Einwohner und in meinem Fotowahn überlegte ich, wie ich nun wieder zurück komme? Ich lief an die U Mauer und versuchte mich zu orientieren. Dies gelang mir leider nicht. Ich hörte von weitem Autos fahren und lief diesem Geräusch nach in der Hoffnung mein Auto an einer Waldgabelung zu entdecken. Fehlalarm, aus dem Wald heraus , hoffnungsvoll, entdeckte ich lediglich 2 Rehe, die über die modrigen Wiesen jagden. Ich beschloss mit meinen Sommerschuhen nun nicht mehr durch den Wald zu laufen, sondern auf dem Feld und auf Wiesen entlang zu stapfen, durch den nassen Dreck. In meinen Händen trug ich ein Fundstück, einen riesigen alten Topf. Er war schwer und völlig verrostet. Sollte ich ihn lieber stehen lassen? NEIN, das ging auch nicht, es war doch mein Erinnerungsstück an Salzow. Ich wurde langsam nervös, Schweißausbruch und Panik überkamen mich...oh je, und in der Burg wartete Lisa auf mich. Empfang hatte ich keinen und mein Akku war vom Fotografieren auf 6 % runter. Panisch und dennoch hatte ich mich im Griff rief ich Lisa an, nachdem ich auf dem Acker eine Stelle gefunden hatte, an der ich Empfang hatte.
Lisa ging es zum Glück gut. Ich erzählte ihr, ich sei gleich bei ihr. Es war nun dunkel. Der Wald warf seine Dunkelheit auch noch ins eh schon dunkle Abendgrau. Ich stapfte durch den Matsch, sah aus wie ein kleines Dreckschwein, der Motter an den Hosenbeinen klebend bis zum Knie, die Schuhe durchnässt und vom Dreck gezeichnet, immer noch den schweren Topf in den Händen haltend, der immer schwerer wurde. Meine Luft wurde knapp und dennoch, ich lief und lief, ich musste ja zu Lisa. Ich blieb stehen , schaute zum Horizont und sah den zum Glück runden Vollmond. Daran versuchte ich mich jetzt zu orientieren, an welchen Stellen des Waldes und der Wiesen ich bereits ohne Erfolg entlang lief und hoffte mein Auto zu entdecken.Ich bemerkte einige Male, "oh, hier lief ich bereits einmal ohne Erfolg entlang, also muss es eine andere Richtung sein." Verzweifelt und völlig durchgeschwitzt, an den Vollmond orientierend entdeckte ich nach ca. einer Stunde Suche in der Dunkelheit mein Auto an einer verlassenen Gabelung. Ich war so glücklich, so erleichtert. Mit meinen modrigen Klamotten setzte ich mich auf eine Mülltüte, die ich zum Glück immer im Auto habe, und fuhr in Richtung Löcknitz. Ich rief Lisa an und sagte ihr freudig, ich sei in 5 Minuten bei ihr. Sie verstand meine Freude gar nicht, denn sie wusste ja noch nicht, was geschehen war. In der Burg angekommen schaute sie mich mit großen Augen an, wie ich aussah? Ich putzte meine Jeans mit einer alten Bürste ab, denn ich hatte keine Ersatzhose dabei. Meine Schuhe stellte ich auf die Heizung,in der Hoffnung, dass sie am näächsten Morgen trocken sind. Den Dreck konnte ich am nächsten Tag abklopfen. Das war tatsächlich ein Abenteuer und Lisa lachte sich halb tot, als ich ihr dies erzählte.

Erstes Treffen mit Helga Kohn in Ramin (nach meinem Aufruf im Nordkurier Pasewalk): 29.11.2019
Helga Kohn laß meinen Aufruf im Nordkurier und rief mich an. Freudig stimmte ich ihr zu um sie zu besuchen und um mehr von Ramin zu erfahren. Denn nicht nur Familienforschung, sondern mittlerweile soll es auch die Ortsforschung werden. Alle um Ramin, im ehemaligen Pommern interessiert mich. Ich möchte an Bodo Rennwanz seine Chronik anschließen.

Helga wurde 1934 geboren und stammt sich aus Klütz.
Sie berichtete von sich selbst, von ihrer Flucht und vom Krieg , von der Aufsiedlung in Ramin, von alten Raminern und soooo viel, dass ich mir erstmal bewusst werden musste, in welchem System wir unsere Gespräche führen um möglichst viel aufzunehmen und niederzuschreiben. Helga kann sich an Vieles erinnern, wer wann und wo gesiedelt hat, an die Kriegszeit in Ramin, auch an unsere Vorfahren Seeger, selbst an meinen Ururgroßvater und an die Mutter von meinem Großvater Gustav. Den Vater von meinem Großvater Gustav, der auch Gustav hieß, nannten sie immer "Taati" und sie wurde nur "Mutter Seeger" genannt. Die alten Seegers wohnten in der Dorfstraße 9 neben den Räthers.

11.2019: Erster Besuch bei Fr.Bethke. Sie hat das alte Haus ganz oben in Grendzdorf.

1.12.2019: Erster Besuch bei Fr. Meinreis, Sie hat eines der beiden allein stehenden Häuser in Grenzdorf.

2.12.2019: Besuch bei Herrn Tesch (Auch er rief mich an nach meinem Aufruf im Nordkurier)
Gleich morgens , nachdem ich Lisa zur Schule brachte, fuhr ich wieder Richtung Heimat nach Ramin. Ich war mit Herrn Tesch verabredet. An ihn konnte ich mich nicht erinnern.

Am Wochenende vom 17.1. - 19.1.2020
verschlug es uns wieder in unsere alte Heimat. An diesem Wochenende nahmen wir Jonas aus Lisa s Klasse mit. Mutti war auch mit dabei. Am Freitag den 17.1.2020 kamen wir abends gegen 18 Uhr in Löcknitz in der Burg bei Bärbel an.
Samstag, 18.1.2020 - es war mein 46.Geburtstag, den ich gerne hier oben verbringen wollte.
Wir begannen den wunderschönen Tag mit einem schönen hergerichteten Geburtstagsfrühstück. Bereits 9.00Uhr waren Mutti und ich mit Christa Wolgast verabredet. Lisa und Jonas bleiben in der Burg. Gegen 13.00 Uhr gab es Mittagessen bei Helga Kohn in Ramin. Wir nahmen Lisa und Jonas mit. 15.30Uhr trafen wir uns mit Fernando, meinem Bruder, auf dem Friedhof in Ramin. Er kam extra meinetwegen rauf. Er fuhr mit Mutti schon nach Löcknitz und die Kinder und ich kundschafteten in Sonnenberg den Friedhof aus. Ich war das 2.Mal auf diesem Friedhof. Schon beim ersten Besuch war ich dort auf der Suche nach dem Grab von Erna Schmidt, geb.Aßmann (Schwester meines Opas). Ich fand es nicht. Nun hatte ich erneut die Hoffnung den Grabstein zu finden. Ich suchte den Friedhof ab, die Gräber, die Wege, vorbei an Werner und Edith Schwartz (geb.Aßmann und ebenfalls eine Schwester meines Opas). Am Eingang des Friedhofes entdeckte ich eine ca. 2m hoheRanke. Ich wühlte mit meinen Armen durch diese Ranke und tastete einen Grabstein. Verzweifelt mit Elan grub ich den Grabstein von Ranken frei und dachte, ausgerechnet dieser Stein wird doch wohl nicht mein erhofftes Ziel sein?
Ich laß die ersten Buchstaben, erkannte kaum etwas. Mit meinem Handy beugte ich mich vor und versuchte zu fotografieren. Ich schaute mir die Fotos an und traute meinen Augen nicht. Auf dem Foto laß ich den Namen "Erna"...Schmidt und ich grub weiter bis ich tatsächlich den Zusatz "geb. Ahßmann" erkannte. Zwar mit einem "h" m Nachnamen, aber sie musste es sein. Auch von den Geburtsdaten her konnte es stimmen. Ja, es war die Schwester meines Opas, denn ihr Mann hier Karl Schmidt. Sein Grabstein befand sich daneben. Ein voller Erfolg zu meinem Geburtstag. Ich habe mir selbst ein unglaubliches Geschenk gemacht.
Freudig stieg ich ins Auto und wir fuhren durch die Dunkelheit nach Löcknitz zurück, wo mein Bruder und meine Mutter schon sehnsüchtig warteten. Wir hatten zu 19.00 Uhr einen Tisch bei Drebelows bestellt und uns mit Helga Kohn und Irmi Herntrich dort verabredet. Es war ein schöner Abend mit vielen Erzählungen.
Der Abend wurde sehr lang, nachdem wir in der Burg noch einen Spieleabend machten mit Fernando, den Kindern und Mutti.

Samstag, 19.1.2020 Mit Mutti fuhr ich Vormittag nach Grenzdorf. Dort wollte ich den Friedhof finden und den Kinderfriedhof. Auch hier war es erfolgreich. Wir fanden zuerst den Kinderfriedhof hinter den 2 Häusern, die oben noch in Grenzdorf stehen und 2 älteren Damen gehören. Auf dem Kinderfriedhof waren die Grabsteine kaum noch lesbar. Man erkennt nur noch einzelne Buchstaben und geschwungene Hieroglyphen. Gegen 12.30Uhr machten wir uns alle wieder auf den Heimweg nach Berlin.


20.1.2020 Erster Besuch bei Christa Wolgast in Löcknitz:
Ich fragte Sven Willnow nach ihrer Telefonnummer. Er bekam sie von Gudrun Löwn und konnte sie mir geben. Somit konnte ich telefonisch Kontakt zu Christa aufnehmen.
Außerdem stand mein nächster Besuch bei Helga Kohn an. Sie kochte unverhofft mein damaliges Lieblingsessen, Wrukeneintopf.
 
21.1.2020 Ich holte Andreas Krotz vom Bahnhof Pasewalk ab. Mit ihm forsche ich gemeinsam nach den Aßmanns. Wir waren um 9.00 Uhr mit dem Pfarrer in Boock verabredet im Pfarramt um in alten Kirchenbüchern zu stöbern.
Am Nachmittag fuhr ich Andreas wieder zum Bahnhof nachdem wir bei Drebelow eingekehrt waren. An diesem Tag merkte ich schon, dass es mir nicht gut ging. Ich quälte mich nochmal zu Helga, denn sie wartete mit Kaffee und Kuchen auf mich. Mit großen Mühen erreichte ich Berlin und fiel sofort auf die Couch bei meinen Eltern. Hier lag ich 2 Tage mit hohem Fieber, Grippe, flach.

Donnerstag, 19.3.2020

Weltweit herrscht Corona Panik und die Menschen sind aufgefordert zu Hause zu bleiben.
Heute ist mein freier Tag und ich plante schon vor längerer Zeit wieder nach Ramin zu fahren. Auf Grund der Kontaktvermeidungen entschied ich mich also für den erneuten Besuch in Willnows Gärtnerei in Ramin. Sven hatte keine Angst vor Kontakt. Bärbel Retzlaff musste mir die Übernachtung in Löcknitz leider absagen, das bekam sie vom Bürgermeister vorgeschrieben und sie musste Unterkünfte für Ärzte stellen können. Sie durfte keinen Touristen aufnehmen oder noch in der Burg haben.
Mit einem doch bisschen mulmigen Gefühl entschied ich mich also mit Lisa und Natalie los zu fahren, Richtung MeckPomm, wo Einreiseverbot herrschte.
Ich beschloss Autobahn bis max.Prenzlau zu fahren, da überall Polizei stand, an den Abfahrten und auf den Rasthöfen.
Der LKW Stau kam bereits bei Warnitz. Polens Grenze und auch Deutschlands Grenze waren geschlossen, außer für Pendler und LKW Lieferanten.
Ich fuhr in Gramzow ab. Überall Polizei und Stau. Ich fuhr also Schleichwege. Immer wieder Polizei, plötzlich ein Polizei Motorrad hinter mir, oh je , welche Ausrede lasse ich mir einfallen? Ich hätte meinen  Schlüssel bei Sven Willnow vergessen und müsste ihn holen...ja, das war gut.
Wir kamen gut durch, ohne Polizeikontrolle.
Ich hatte plötzlich das Gefühl, es war wie zur Grenzöffnung der DDR, als die Zollbeamten und das Grenzkommando in der Grenzregion Grambow mit Maschinengewehren standen und mein Vater in seinem Trabi mit meinem Bruder und mit mir Treibjagd mit den Soldaten machte.
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Sie verfolgten uns, fanden uns jedoch nie, da mein Vater die kleinsten Schleichwege kannte, durch die Wälder Grambows. Selbst ein Hubschrauber wurde einmal geordert um uns zu suchen. Wir sahen sie mit Blaulicht fahren und niemals erwischten sie uns. Für uns als Kinder war das ein Abendteuer pur, absoluter Nervenkitzel.

In Löcknitz stieg Sven ins Auto und es ging los Richtung Ramin. Da war es plötzlich wieder, ...dieses Gefühl, als ich das Haus sah, diese Gäärtnerei, wo ich als Kind so gern war.


In der Veranda empfing mich Ingelore Willnow mit Kuchen, Keksen usw. Immer wieder sehe ich dieses wunderschöne Haus, mit der Veranda, mit der wunderschönen Gärtnerei, mit dem Verkaufsladen, dem Stall, der Scheune und dem riesigem Grundstück, auf dem viele bunte Blumen jedes Jahr blühten.
Ich wühlte in den Schätzen der Vergangenheit. Alle Gebäude sind noch voll mit Gegenständen, Möbeln aus DDR Zeiten, aus Willnows Zeiten, als sie noch lebten. Die Geschichte lebt hier immer noch weiter.
Wie immer zog ich an diesem Abend wieder mit vollem Kofferraum los. Ein herrliches Gefühl und ich kann es jedes Mal kaum erwarten zu Hause Stück für Stück auszupacken, Zeitungsartikel zu lesen, Fotos anzuschauen und Personen zuzuordnen, Geschirr zu waschen und Unterlagen Papiere zu sortieren.

Geplant war Ostern 2020 eine Reise von Mecklenburg runter nach Wolfsburg (Nachkommen Zehms), Göttingen (Nachkommen Seeger), weiter nach Bayern zur Verwandtschaft des Vaters meiner Kinder. Leider wurde aus unserem Urlaub nichts, auf Grund der Corona Einschränkungen.

Samstag 18.4.2020:
Ich fand die Nummer von Detlef Seeger aus Torgelow. Er ist der Sohn des Bruders meiner Oma. Ich rief an und hoffte, dass es ihm gut geht und ich einiges von ihm über seinen Vater Willi Seeger und ev. weiteres erfahre. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und sie meinte nach ein paar Sätzen von mir: "Kein Interesse" ...auch sowas muss man bei der Familienforschung leider akzeptieren. Auf jeden Fall weiß ich wenigstens, es ist tatsächlich der "richtige" Detlef und das Willi natürlich längst verstorben ist.

Donnerstag, 23.April 2020:
Und tatsache ergab sich eine Möglichkeit noch einmal zur alten Gärtnerei zu fahren. Ob es unter diesen Umständen 100%ig erlaubt ist wissen nicht einmal die Beamten der Bundespolizei..Die Erben haben einen Verkaufstermin für das Haus und die Gärtnerei und Marko wollte sich noch Eigentum aus dem Haus holen. Also fuhr ich mit ihm gemeinsam nach Ramin. In Löcknitz sammelten wir Sven ein und fuhren gemeinsam zum Hause Willnows. 
Und immer wieder entdecke ich wahre Schätze, altes kostbares Geschirr, Papiere, Unterlagen, Bilder und Fotos, Andenken an meine Kindheit oder Souvenire aus der DDR Zeit. 
Die Fahrt war nicht wie sonst. Höhe Finowfurt wurde die A11 immer leerer. Vereinzelt fuhr noch ein LKW. PKWs waren nun keine mehr in Sicht...es war ein mulmiges Gefühl, wieder waren die Grenzen geschlossen, wieder mussten wir Schleichwege fahren, wie zu DDR Zeiten...Wir fuhren Abfahrt Prenzlau herunter und fuhren über kleine Pflasterwege, Feldwege und Holpersteine über Brüssow nach Löcknitz. Wir kamen in keine Kontrolle und sahen nur 1Mal Polizeiwagen stehen. 



Mein letzter Besuch in der ehemaligen Gärtnerei am 7.6.2020 
Sie wurde verkauft und die Schlüssel übergeben.
Bei meinem letzten Besuch in der Willnow Gärtnerei holte ich Sven aus Löcknitz ab. Gemeinsam fuhren wir nach Ramin, quatschten erst gemütlich und lange und anschließend legte ich im Wohnzimmer los. Überall gab es noch kleine Dinge, die sich versteckten, die für mich interessant oder einfach nur schön waren oder Erinnerungen in mir hervor riefen.
Auf dem Dachboden fand ich 2 alte Brotmaschinen, die meine wurden. Das süße viel erzählende alte Nähkästchen erweckte ich zu Hause wieder zum Leben.
Ein rundes Holztischlein steht nun auf meinem Balkon.
Auch in der Küche sah ich mich ein letztes Mal um. Ich schaute in jedem einzelnen Küchenschubfach und war voller Spannung, was mich noch so erwarten könnte, außer der "alte Willnow Geruch", Spinnen in ihrem Netz oder der Kot von Mäusen. In einem Schubfach fand ich eine durchsichtige Tüte mir alten Weihnachtsservietten. Eigentlich völlig uninteressant für mich, dennoch sah ich sie mir an, nahm sie aus dem Schubfach und was versteckte sich mit in den Servietten? Ich traute meinen Augen nicht. Ein kleiner Schatz für mich. Viele alte Fotos aus vergangenen Jahren, aus Zeiten vor und nach dem Krieg. Günther und seine Frau, ...doch wer waren all die anderen Personen auf den alten Fotos? Wir fuhren zu Gudrun und Heini. Doch auch Heini konnte mir nicht viel zu diesen kostbaren Fotos sagen.
In Berlin brachte ich die Fotos zu meiner Mutti. Denn sie sagte mir vorher, sie kenne noch T.Grete (Schwester meines Uropas Gustav Seeger) und ihren Mann Franz Willnow. Spannend legte ich ihr meine neue Errungenschaft vor. Tatsächlich, Mutti zeigte mir Tante Grete und Franz und noch einige andere Personen- ich freute mich riesig, endlich hatte ich ein Bild zu den Personen, die ich bisher nur in  meinem Stammbaum einfügte. 
Dankeschön Sven, welch ein Schatz für mich....

Am Freitag, den 19.Juni 2020: 
fuhren wir wie geplant, das erste Mal nach der Corona Zeit, wieder mit Übernachtung in Löcknitz in unsere Heimat. Mutti, Lisa, May und ich saßen im Auto, glücklich und mit viel Vorfreude auf dieses Wochenende. 
Abends waren wir mit Marlene Sodtke verabredet. Sie war damals die Gemeindeschwester in Ramin.
Wir kamen gegen 17.30 Uhr bei Bärbel Retzlaff in der Burg in Löcknitz an, holten schnell unsere Schlüssel für die Zimmer 3 und 4, wie immer und dann rief ich Frau Sodtke an, um nach ihrer Adresse zu fragen.
Freudig fuhren wir nach Plöwen zu ihr. Wir kamen in die Ortschaft und wie in fast jedem Dorf hier waren wir gleich auf der Dorfstraße. Wir suchten nach Nummer 48. Endlich entdeckte ich die 48A und wir stellten unser Auto auf die große Rasenfläche. An einem Gartentor stand eine kleine Frau mit grauem Haar. Sie musste es sein. Und ja, ich erkannte sie sofort. Ihre Gesichtszüge waren immer noch wie damals, wenn sie zu uns auf den Hof kam. Sie begrüßte uns herzlich. Wir gingen in ein sehr einladenes helles chic eingerichtetes Wohnzimmer. Teller und Tassen, eine frisch gebrühte Kaffeekanne und nett angerichtete Kekse deckten den Tisch.
Wir unterhielten uns sehr nett. Nach einigen Minuten konnte sie Mutti als älteste Tochter von Erich und Irma Aßmann erkennen. An Fernando konnte sie sich nicht erinnern. Obwohl sie damals öfter sagte: "Ne ne min Jung, dat ward nix." Fernando war sehr dünn als Kind (Er fuhr vor der Einschulung zur "Zunehm Kur" nach Schmalzgrube, nahm jedoch lediglich 500g zu.) Auch als Fernando als 2 jähriges Kind die große Treppe vom Dachboden nach unten , auf die Pflastersteine fiel und mit dem Kopf aufschlug, wurde Marlene Sodtke zur Hilfe gerufen. Sie konnte sich nicht an ihn erinnern.
Ich fragte sie nach ihrer Arbeit im Dorf, im Kinderheim und ob sie sich an bestimmte Geschichten erinnern kann. Sie erzählte, dass sie oft im Kinderheim in Ramin war. Eine Frau Gebauer ,oder so ähnlich, aus Retzin hatte die Leitung, später ihre Tochter. Sie berichtete, in diesem Kinderheim waren nur Kleinkinder und Vorschulkinder, meistens um die 20-30 kleinen Kinder. Sie hatten es in diesem Heim wohl recht gut.Die Tochter einer alten Damen, einer Frau Runge aus Ramin, arbeitete u.a. auch in diesem Kinderheim. In der Wäscherei arbeitete eine Frau aus einem Nachbardorf (wahrscheinlich Sonnenberg). 
Wir fragte sie nach der Einsiedlung in Ramin vor dem Krieg, aber davon wusste sie natürlich nichts, denn sie zog erst 1964 oder 1967 von Plöwen, wo sie geboren wurde, nach Ramin und lebte dann bis 1992 in Ramin und zog als Rentnerin wieder nach Plöwen. Ihr Mann, Horst Sodtke, liegt seit vielen Jahren auf dem Friedhof in Ramin. Im kommenden Jahr möchte sie dieses Grab mit Grabstein einebnen lassen. 
Sie erzählte viel von ihren 3 wunderbaren Töchtern, ihren Enkeln und Urenkeln. Marlene ist 77 Jahre, top fit und fährt noch Auto.
Gegen 20.30Uhr fuhren wir dann wieder zurück nach Löcknitz und vielleicht fahren wir Marlene noch einmal besuchen. 
Auf dem Rückweg begegneten wir noch Sven. Er ging mit seinem Hund draußen und entdeckte uns als wir die Hauptstraße entlang fuhren. An der Burg angekommen, war die Haustür verschlossen. Lisa war ja hier geblieben und bekam die große Haustür nicht auf, da jemand von innen das Pedal unten gedrückt hatte. Sven wollte durch das Fenster im Küchenbereich krabbeln, aber Mutti hielt ihn davon ab. Obwohl es bestimmt für uns alle ein Spaß gewesen wäre, wenn er sich da durch gedrängelt hätte.

Für Samstag, den 20.06.2020 ist Torgelow Friedhof geplant und am Nachmittag ein Besuch bei Helga Kohn und am frühen Abend wollen wir zu Rosi Hoppe hier in Löcknitz gehen.
In Torgelow möchte ich nach dem Grab von Willy Seeger schauen, ob dies eventuell noch existiert?
Wir waren also gegen 10.30 Uhr am Friedhof Torgelow. Mutti lief die linke Seite durch das nasse Gras des Friedhofes und ich nahm mir die rechte Seite und den alten Waldfriedhof vor. Wir verbrachten gute 2 Stunden dort. Er war viel größer als ich es erwartet hatte. Nach nur wenigen Gräbern waren meine Schuhe mit Nässe gefüllt und meine Jeans bis zum Knie mit Feuchtigkeit vollgesogen. Leider fanden wir Willy und seine Frau Frieda nicht. Entweder haben wir den Grabstein trotz gründlicher Suche übersehen oder sie sind dort namentlich nicht zu finden. Schade, leider ohne Erfolg, noch immer absolut keine Daten zu den beiden. Also müsste ich es in einem Amt vielleicht mal probieren an diese Daten heran zu kommen.

Von Bärbel bekam ich an diesem Vormittag alte Zeitzeugenschreiben und andere diverse Unterlagen von Löcknitzern zum Lesen. Am Abend noch nahm ich mir das grob vor und das was ich las war sehr interessant. 

Als wir gegen 13.30Uhr von Torgelow zurück kehrten und Lisa uns schon in der Burg erwartete, war Bärbel schon weg und wir konnten May ihren Wunsch, auf die Burg zu gehen, den Eiskeller zu besichtigen, nicht erfüllen...dies also am Sonntag hoffentlich.


Wir aßen ganz schnell ein Happen Mittag, den ich bereits aus Berlin mitgebracht hatte, denn zwischen 14.00 und 15.00Uhr wollten wir bei Helga Kohn in Ramin sein und am späten Nachmittag/ frühen Abend bei Rosi Hoppe.
Helga erwartete uns mit einem wunderschön eingedeckten Kaffeetisch, mit einer gebackenen Pfirsichtorte und frisch gebrühtem Kaffee. Wir plauderten wieder und die Zeit verging im Fluge. Ratz fatz war es 17.00Uhr. Diese Zeit setzten wir uns um wieder nach Löcknitz zu fahren, wo wir anschließend Lisa und May in der Burg absetzten und weiter zu Rosi fuhren. Auch Rosi hatte eine kleine Kaffeetafel eingedeckt, mit Kaffee, Kerzen, Keksen. Sie war bestens vorbereitet, hatte alte Fotos heraus gesucht und Daten von ihren Eltern , Inge und Wilhelm Seeger sowie von ihrem Bruder Heinz Seeger mit Familie für mich aufgeschrieben. Ich war ihr sehr dankbar. Dann kam jedoch die große Überraschung für mich. Auf Fotos zeigte sie uns Else Mundstock, geb.Seeger, Schwester meines Uropas Gustav Seeger und ihres Vaters Wilhelm Seeger. Diese beiden waren Brüder und Else ihre Schwester. Auch von Grete Seeger , später Willnow, hatte sie Fotos. Ich war sehr glücklich darüber. Wir hatten nun endlich Gesichter zu unseren Vorfahren und noch mehr Freude machte sie mir mit alten Fotos von 1944,auf denen sogar meine Ururgroßeltern von meinem Urgroßvater zu erkennen waren. Ich habe mich wirklich riesig über diese Errungenschaft gefreut. 

Für Sonntag, den 21.6.2020 ist nun noch anangemeldet Ursula Schmidt geplant, eine sehr betagte Raminerin, die wir nach der Einsiedlich der Seegers in Ramin fragen wollen.
Vormittags waren wir bei Ulla Schmidt. Sie kann sich jedoch wenig erinnern an Details. Wir waren überraschend dort und wurden trotzdem sehr herzliche von Renate und ihrem Mann empfangen. 
Am Nachmittag ging es dann zu Christa Wolgast. Sie ist immer so gastfreundlich und sehr nett. Sie kaufte frische Brötchen und frische Wurst und Wiener vom Fleischer, Kuchen und Eis. Außerdem stand auch hier frisch gebrühter Kaffee. 
Christa erzählte viel vom Dorf, von ihrer Arbeit, von ihren Kindern, spannend wie immer. Sie war eine sehr gute Freundin meiner Oma Irma Aßmann.
Am Schluss holte sie ihre große Brieftasche und drückte Lisa 10€ in die Hand. Lisa freute sich riesig darüber. Christa ist eine herzensgute Frau, so wie ich sie noch von damals in Erinnerung habe.

Für meinen späteren Aufenthalt in Ramin ab dem 29.6.2020 habe ich weitere Besuche bei Helga Kohn und bei Erwin Jaß, 96jähriger Raminer, geplant. 
Am 30.06.2020 sind wir um 10.00 Uhr mit Kunibert Bohl, einem engen Freund der Familie meines Opas und mit Rüdiger Zastrow, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters von Ramin, Hans Zastrow, verabredet.

Am Morgen jetzt schreibe ich diese Zeilen hier und muss nun aber endlich beginnen, es ist schon 6Uhr, die Berichte von Bärbel abzufotografieren.

Für mich war es wie immer ein wunderschönes, spannendes und interessantes Wochenende in meiner Heimat. Lisa wird es leider immer langweiliger, da sie kein Interesse mehr zeigt, was ich ihr mit ihren 10Jahren nicht verübeln kann und auch für Mutti denke ich war es interessant, wenn auch scheinbar ziemlich anstrengend mit dem Rennen auf dem Friedhof und dem Überfluss an Informationen der alten Raminerinnen  
Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in meiner Heimat.

Dienstag, 30.6.2020 Unterwegs mit Mutti:
Wir waren um 10 Uhr mit Kunibert Bohl in Grambow verabredet. Auch Rüdiger Zastrow, der Sohn des ehemaligen Bürgermeisters Hans Zastrow, wollte dazu kommen. Kurz nach 9 rief uns Rüdiger Zastrow an, wir sollen bei ihm auf dem Stadtberg, wo sein Vater einst wohnte, vorbei kommen. Er wollte Bilder raus suchen. Wir steuerten also den Stadtberg an und hatten noch gute 20Minuten Zeit. Mutti erkannte ihn sofort. Ein großes schmuckes Grundstück, mit einem großen Kirschbaum auf dem Grundstück. Rüdiger empfing uns sehr freundlich. Er zeigte uns alte Fotos vom alten Konsum, einige Bilder von der Kirche, vom Stadtberg und vom Raminer Feld. Ich fragte nach weiteren Fotos und Unterlagen des Bürgermeisters. Er sagte, er schaue mal nach, ob er noch etwas findet. Mit einem alten gefüllten Papphefter in der Hand kam er wieder aus dem Haus. Ich wusste, es müssen für mich brauchbare Unterlagen sein, denn sein Vater war der Bürgermeister von Ramin und musste Unterlagen von Parteiversammlungen u.ä. besitzen. In diesem Hefter befanden sich Unterlagen abgehaltener Versammlungen und Protokolle für den Zeitraum 1946-1952. Ich freute mich darüber riesig. Leider hatte er noch keinerlei aktuellere Unterlagen, als Hans Zastrow selbst Bürgermeister zu DDR Zeiten war. Doch wir bleiben dran. Vielleicht bekommen wir diese noch, wenn Rüdiger diese doch noch finden sollte. 

Wir fuhren kurz nach 10 in Richtung Grambow, gleich hinterm Ortseingangsschild rechts rauf zu Kunibert Bohl. Er saß draußen, bei schönem Wetter und wartete bereits auf uns. Er erzählte aus DDR Zeiten, von Opa Erich und von der LPG. Auch wenige alte Fotos vom Schmagrower Weg zeigte er uns, wo er als Kind noch drauf ist. Er erzählte von meinen Urgroßeltern, die ich leider nie kennen lernen konnte, Karl und Frieda Aßmann. Sie, eine kleine runde Frau, die gerne aß und sagte: "Wenn doch noa min Buck n Schün wär." ...(wenn doch nur mein Bauch eine Scheuen wäre...) und er ein etwas größerer relativ schlanker Mann, der gerne Alkohl trank. Beide überlebten den 2. Weltkrieg und verstarben in Ramin.
Gegen 13.00Uhr fuhren wir weiter. Wir hatten nun keinen Plan und so fuhren wir zum Holzweg, um zu schauen, ob Erwin Jaß zu Hause war. Leider war er nicht zu Hause, sondern er war zum Karten spielen, abgeholt von seiner Pflegeschwester. Schade...nächstes Mal.
Wir liefen beide den Holzweg einmal hinauf, um uns die wenigen Häuser anzuschauen. Gleich kam uns ein unbekannter Mann entgegen, aus einem Wohnhaus. Er schaute nach dem Rechten und auch er kannte Familie Aßmann. Er war nur zugezogen und meine Mutti kannte seine Frau, die jedoch Mittagsruhe hielt. 
Wir fuhren anschließend zum Schmagrower Weg, zum Haus von Tante Helga, welches vor Kurzem an eine Berliner Familie verkauft worden war. Wir fragten die Bauarbeiter dort, ob wir Fotos machen dürfen. Ja, wir durften es. Der alte Herr Treichel aus Ramin war ebenfalls mit auf dieser Baustelle tätig. Das Elternhaus der Familie Aßmann, in das Karl und seine Frau Frieda, aus Hammer (Drogorodz) kommend 1936 einzogen hatte neue Züge angenommen. Die Veränderungen sieht man täglich. Es geht schnell voran. Zu guter letzt kam die Frau der Familie Brandhorst, die das Haus gekauft haben. Sie war sehr nett. Wir unterhielten uns und sie gab mir ihre Handynummer und lud uns ein, wieder vorbei zu schauen, wenn wir in der Nähe sind.

Noch immer hatten wir etwas Zeit und überlegten, nach einem Spaziegang auf dem Raminer Friedhof, wen wir noch befragen könnten. Wir fuhren zu Frau Albrecht. Sie heiratete einen Raminer- er ist seit 5 Jahren tot. Sie konnte uns nicht allzuviel erzählen. Dennoch war es ein netter Besuch und spontan. Auch ihre Tochter lauschte den alten Kamellen aus DDR Zeiten. 
Gegen 15.30Uhr fuhren wir nun langsam wieder Richtung Berlin.

Am 1. und 2.Juli 2020 war ich mit Susi Wehlan in Löcknitz. Wir haben wieder bei Bärbel Retzlaff in der Burg übernachtet. Es waren 2 sehr abwechslungsreiche spannende Tage. Am 1.Juli kamen wir gegen Mittag an, besichtigten die Burg und entschlossen uns am Nachmittag gegen 17.30Uhr den Löcknitzer See vollständig zu umlaufen. Es war ein anstrengendes Vorhaben. Insgesamt liefen wir bequem fast 4 Stunden. Dabei machten wir noch einen Abstecher zum Leichensee, der eh schon lange auf meinem Plan stand. Fast am Ende unserer Wanderung kamen wir an der 1000 jährigen Eiche vorbei und wir trafen zum Schluss ein Ehepaar aus Leipzig, die im Seehotel übernachteten. Wir wollten gerne etwas trinken. Leider schlossen beide Cafès (Hotel und das neu eröffnete Cafè am See) genau um 21.00Uhr und waren auch sehr unflexibel. Schade...Die Frau stammte sich aus Löcknitz und sie besuchten alle 4 Wochen ihre Mutter. Es wäre zu spannend, ihre Mutter zu befragen. Sie ist jedoch an Demenz erkrankt und somit nicht mehr in der Lage Auskünfte zu erteilen.

Ich suche Menschen, die sich noch an die Kriegszeit und die Flucht erinnern können. 

Am 2.Juli verabschiedeten wir uns von Bärbel und fuhren nach Penkun zum Schloss. Auf dem Weg dorthin hielten wir hinter dem Karpfenteich des Schlosses an, kamen von hinten auf das Gelände der alten Gärtnerei, wo sich noch eine Ruine eines Gewächshauses (siehe Foto, Lager für Steinblumentöpfe) befindet.




Sammelsurium alter Steinblumentöpfe der alten Gärtnerei Willnow



Im Schloss in Penkun ist eine ältere sehr nette Dame, die das riesige DDR Museum innerhalb des Schlosses erhält und sehr gut erklärt. Dieses Schloss, samt DDR Museum, Puppenstube und Ruinen drumherum ist einen Tagesausflug defintiv wert. Wir sind am Abend zum See herunter gelaufen, in die Gaststätte, direkt mit Blick auf den wunderschönen See, welche von polnischen Bürgern betrieben wird. Hier lohnt sich ein Essen und ausruhen, den Blick auf den See zu genießen.


Die Puppenstube im Schloss Penkun. Gespendet von mehreren älteren Damen. Dieses Foto entstand am 2.7.2020



Blick auf den Hof des Schlosses (links auf dem Foto)


Blick von der Burg aus, rechte Seite, auf den Verlauf der Randow



Der Leichensee bei Löcknitz, zwischen Löcknitz und Retziner Burgwall. In einer Sage aus dem 18.Jahrhundert wird berichtet, dass auf dem Burgwall ein Raubschloss gestanden haben soll und die Ritter, also die Bewohner dieses Schlosses, sollen hier die Leichen der Ausgeraubten und Erschlagenen in die See geworfen haben sollen, daher der Name "Leichensee". 
Der Abfluss des Leichensees zur Randow heißt im Volksmunde auch "Totengraben." Die Raubritter hielten hier ankommende und durchfahrende Schiffe an und plünderten sie aus. Die Männer dieser Schiffe wurden anschließend im Leichensee ertränkt. 

Schmerzlich habe ich heute,  12.7.2020 von Helga Kohn erfahren,  dass Muttis Klassenkameradin Renate Hettig geb.Schmidt , in dieser Nacht im Krankenhaus verstorben ist.  Wir haben sie bereits mehrfach besucht...nun plötzlich...so schnell kann es gehen.  Unser aufrichtiges Beileid ihrem Ehemann,  ihrer Mutter Ulla und der ganzen Familie.  

Morgen, 13.7.2020, ist ein Besuch bei Helga Kohn in Ramin geplant,  ganz alleine für 2-3 Tage. Darauf freue ich mich sehr. Etwas Spezielles habe ich dieses Mal noch nicht geplant. 
Ich war eine ganze Woche bei Helga. Es war unendlich spannend, es gab viele Neuigkeiten. Gemeinsam gehen wir in die Forschung Ramins, Ortschaft und Einwohner. Wir waren einen kompletten Tag in der Heimatstube, haben Fotos enträtselt, womit wir noch nicht fertig sind. Wir waren bei Dieter und Ursel Korth in Ramin. Er konnte uns etliche Fotos erklären, mit den Namen der Schmagrower auf den Fotos, wie z.B. die alten Mitglieder vom Geflügelverein Schmagerow. Außerdem erzählte Helga erneut von der Flucht. 
Unsere nächsten großen Vorhaben: weitere Enträtselung der alten Fotos und Helgas Erklärungen zu jedem einzelnen Wohnhaus in Ramin, deren Geschichte und wer wann darin wohnte.
Bei Helga lernte ich Bärbel Herntrich kennen. Wir fuhren gemeinsam zu Ingrid Albert, geb.Strebe ehemals aus Ramin. Sie lud uns ein, zum Gespräch und um uns alte Fotos zu zeigen am Montag, den 27.7.2020. Auch hier war es wieder sehr spannend. Ingrid kennt uns nur vom Namen, trotzdem war die Freude groß. Sie war sehr herzlich und sehr gastfreundlich, wie auch ihr Mann. Es stellte sich heraus, sie war eine sehr enge Arbeitskollegin von T.Gitti. Sie arbeitet auch in Löcknitz im Bürgeramt in der Finanzabteilung, T.Gitti war im Bauwesen tätig.
Ein großes Dankeschön.

Sonntag, 26.7.2020:
Wir sind wieder in Löcknitz, in der Burg für 2 Wochen, Lisa, Mutti und ich. Gestern waren wir beim Familientreffen in Löcknitz bei Onkel Manfred. Mittlerweile sind wir doch eine sehr große Familie mit insgesamt 36 Nachkommen von Omi und Opa. 

Montag, 27.7.2020:
Heute sind wir am Nachmittag bei Rainer und Bärbel in Grambow und um 17.00Uhr sind wir bei Ingrid Albrecht, geb.Strebe, eingeladen.
Wir waren also heute Vormittag noch in Löcknitz, als mein Bruder und die kleine Kati uns besuchten. 
Gegen Mittag fuhren wir erst zum Friedhof in Löcknitz, zum Grab meiner Tante Gitti. Anschließend fuhren wir nach Grambow zu meinem Onkel Rainer und Bärbel, wo Kay und Familie noch waren. Dort verbrachten wir gemeinsam eine schöne Zeit. 
Wir brachten Lisa dann zu Helga Kohn nach Ramin, während ich mit Mutti zu Ingrid Albrecht , geb.Strebe, nach Retzin fuhren. Es war ein sehr gelungener und spannender Abend. Wir erzählten und lachten viel, wir erfuhren wieder manche neue Geschichte aus dem Gutshaus Ramin und wir schafften sage und schreibe ein einziges kleines Fotoalbum durchzugehen, was sich sehr gelohnt hat für mich.Dankeschön an Ingrid Albrecht

Dienstag, 28.7.2020:
Heute waren wir am Löcknitzer See mit Olaf, Kerstin und Maximilian, mit Bärbel Herntrich und mit Rainer und Kay mit seinen beiden Jungs.
Am frühen Abend fuhr ich mit Bärbel auf blauem Dunst zu Ellie Haase. Wir wollten schauen, ob sie uns einige Fragen beantworten würde oder ob wir einen Termin ausmachen können, da wir keine Telefonnummer hatten. Bärbel wusste, wo sie wohnt in Löcknitz. Ellie öffnete uns die Tür, erkannte erst Bärbel und konnte mich dann als Aßmann zuordnen Sie war ebenfalls sehr gastfreundlich, bat uns einzutreten, kochte uns einen Kaffee und bot uns Kuchen und Kekse an. Sie berichtete uns von ihren schrecklichen Erlebnissen zum Kriegsende hin, von einigen Geschichten aus Ramin. Wir lauschten gespannt. Ellie Haase stammt sich aus Klütz, so wie Helga Kohn auch. Es war wieder ein gelungener Besuch für mich.
Auf meinem Plan stehen noch Ewald Beise in Löcknitz, Monika Müller aus Wilhelmshof zu finden, Elsa Kühl im Pflegeheim in Löcknitz und vielleicht Ruthchen Pompetzki aufzusuchen, eventuell Familie Hartwig auf dem Stadtberg.

Mittwoch, 29.7.2020:
Heute waren wir, Olaf,Kerstin,Maximilian, Lisa und ich in Gorkow auf Ruinentour. Wir waren ganze 4 Stunden in diesem kleinen Dorf und haben trotzdem nicht alle Häuser in diesem historiscch interessantem Dorf entdecken können. Interessant und aufgregend waren die Gespräche mit Einwohnern und die 2 großen Führungen durch die urigen Hofanlagen. Sogar die Chronik von Gorkow bekam ich auf meine Anfragen ganz zum Schluss auch noch per PDF. Bei der letzten Führung handelte es sich um ein riesiges altes Bauerngehöft des größten Großbauern, Bröckler. Hier steht die älteste und größte Scheune Gorkows und dieser Mann gräbt Schätze aus. Bisher fand er viele alte Eisenteile von Feld und Land, Glasstücke, Flaschen, in denen z.B. Schlangengift enthalten war oder dirverse selbst hergestellte Salben gegen Schmerzen. Apotheken gab es damals kaum und die Menschen mussten sich gegen ihre Schmerzen von der schweren Feldarbeit schützen. Gorkow soll am Kriegsende relativ unbeschadet gewesen sein, von den Russen nicht entdeckt worden sein. Zwischen Löcknitz und Gorkow soll es eine Panzerschutzgrenze gegeben haben. 


Kirche in Gorkow


Alte Kanzel





Am Nachmittag besuchten wir Helga mit Bärbel Herntrich zusammen. 

Ende Juli bis 8.8.2020 waren wir in Löcknitz und in Ramin bei Helga.  Eine wunderschöne Zeit,  mit einigen Erlebnissen.  Jedes Mal geht es ein kleines Stück vorwärts. 

In den letzten Ferientagen (Freitag,7.8.2020) fiel uns plötzlich Lenja ein. Wir waren auf dem Weg nach Ückermünde, es war sehr heiß und wir wollten Richtung Haff. In Löcknitz sagte ich zu Lisa: "Ruf doch mal Lenja an..." gesagt, getan.Lenja sagte auch tatsächlich, sie käme gerade von der Schule. So fuhren wir beide nach Rollwitz um Lenja zu besuchen. Wir holten sie nach einer Wohnungs- und Gartenbesichtigung ab und fuhren nach Löcknitz zu Drebelow um Eis zu essen. Die Mädels holten sich ein Softeis und ich ging kurz zu Bärbel zum Quatschen. Lenja sagte dann, ob wir nicht mal zu ihren Großeltern fahren wollen. Sie wohnen in Rothenklempenow. So fuhren wir also dorthin. Die Oma kam gerade mit dem Auto nach Hause und ich erkannte sie noch von der Einschulung damals. An den Opa konnte ich mich nicht mehr erinnern. Sie boten mir Kaffee an und die Mädchen spielten. Es war verdammt heiß an diesem Tag, wie schon an den anderen letzten Tagen. Wir kamen ins Gespräch und sie fragten nach, weshalb wir hier in Mecklenburg sind. Ich erzählte von meiner Heimatforschung und dass ich aus Ramin stamme. Der Opa grinste...."So , so, " meinte er: "Ich komme auch aus Ramin..." Wow, ich lauschte gespannt....den Namen musste ich also kennen. Denn Raminer Nachnamen sind mir eigentlich alle bekannt. Er sagte "Mochow, Manfred Walter Mochow"....Nein, dachte ich, das gibt es doch nicht. Welch ein Zufall...und wir kamen natürlich ins Gespräch. Sein Vater, Manfred Mochow (genannt Fredi)  war wie mein Opa Besamer in Ramin. Sein Vater und mein Opa waren also Arbeitskollegen. Wie spannend. Sein Opa war Robert Mochow, ebenfalls aus Ramin. Sie wohnten am Schmagerower Weg.
Er interessiert sich ebenfalls für die Geschichte und so redeten wir an diesem Nachmittag viele Stunden über die Vergangenheit der kleinen Dörfer. Wir planten für die nächsten Male einen gemeinsamen Ausflug nach Salzow und Hohenholz. Darauf bin ich schon jetzt gespannt. 

25.-27.9.2020 in Ramin bei Helga
Freitag, 25.9.2020 kam ich um 13.00 bei Helga an. Ich wusste, sie wollte 13.15 los zur Urnenbeisetzung von Ursel Kord in Boock.
So musste ihr Hund Molli nicht im Regen stehen. 

26.9.2020 Vorpommern Treffen in Mönkebude 
Ich fuhr um 7 Uhr los nach Mönkebude zum Vorpommerntreffen mit Wiily Köhler und einigen anderen Mitgliedern unseres kleinen Vereins Familiengeschichten in Vorpommern. 
Es war interessant. Ich übergab die Suche nach Gisela und Willi Seeger an Hartmut Wegner. 
Einige allgemeine Fragen konnten geklärt werden und es war eine nette Gesellschaft. 

6.10.2020
Maria und ich fuhren wieder Richtung Heimat.  Heutiges Ziel war Drogorodz,  spontan nach dem Haus der Assmänner suchen, eventuell Einwohner befragen.  Mit der Beschreibung von Jürgen Kampfhenkel konnte ich leider nicht viel anfangen. 
Wir fuhren als erstes auf die alte Dorfstraße Richtung Sonnenberg und sammelten ein paar Äpfel von der Straße.  Es ist noch eine der wunderschönen Obstalleen, in denen ich als Kind so gerne mit dem Fahrrad radelte und das Obst in den  Bäumen naschte.
Weiter ging es nach Grenzdorf.  Wir schauten uns den alten Kinderfriedhof und den Friedhof mitten im Wald an.  Leider kann man auf den 5 übriggebliebenen Schiefertafeln kaum noch die Namen und Daten der Anfang des 19. Jahrhunderts verstorbenen Kinder entziffern. 
Weiter ging es nach Drogorodz.  Auf dem Weg dorthin sammelten wir noch einige Braunkappen und Schirmpilze. 
Als wir Drogorodz erreichten konnten wir das Haus von Karl Assmann nicht identifizieren.  Ich sprach 2 Herren im Dorf an. Beide sprachen nur polnisch. Der eine Mann wollte,  dass ich ihm folge zu einer Frau,  die deutsch spricht. Das tat ich auch. 
Wir kamen an einem schönen alten Klinkerhaus an und gingen dort auf den Hof.
Ein junger Mann stand am Eingang und machte ihm klar, dass seine Mutter unterwegs sei. Wie es der Zufall möchte,  kam sie gerade auf den Hof gefahren.  Wahrscheinlich unterrichtet sie Deutsch. 
Ich war sehr dankbar und die Menschen hier waren sehr freundlich.  
Wir tauschten unsere Telefonnummer aus. Sie möchte sich um Kontakt kümmern,  um an die alte Adresse des Wohnhauses der Familie assmann zu kommen. 

Dienstag, 13.Oktober 2020:
Und wieder herrscht Corona und enorme Einschränkungen in Deutschland. Berlin zählt als Risikogebiet und ist auf Rot. Es herrscht Beherbergungsverbot. Wir haben uns entschieden nur für einen Tag nach Wolfsburg Heiligendorf zu fahren und Erhard Schröter und seine Frau Cornelia zu besuchen.Erhard ist der Enkel von Wilhelm Zehm. Dieser war der Bruder meiner Uroma Anna geb.Zehm. Meine Eltern besuchten diese Familie gleich nach dem Fall der Mauer vor 30 Jahren, als Vera und Hermann noch lebten. Es war also sehr spannend, ob Mutti die beiden wohl wieder erkennen würde. 
Erhard hatte mittlerweile keinen Bart mehr und war in den 30 Jahren grauer geworden . Cornelia wechselte die Haarfarbe und den Harrschnitt, dunkel zu blond und etwas längere Haare.
Wir freuten uns schon sehr und die beiden empfingen uns herzlich. Conny konnte sich besser erinnern als Erhard. Es war ein freudiges Wiedersehen für die 3 nach 30 Jahren. Wir verbrachten den gesamten Tag zusammen. Bis abends um 21.00Uhr wühlten wir alte Papiere und haufenweise alter Fotos. Es war so spannend und interessant, vieles, was mir noch in meiner Familienforschung fehlte. Zum Schluss jedoch sah ich nicht mehr durch. Nach so vielen Stunden ließ dann mein Denken und Einsortieren nach
Dankeschön euch beiden. Es war ein wunderschöner Tag. Begonnen hatte er, als uns Erhard gegen 10.00 Uhr vom Landgasthaus Dieterich in Hattdorf abholte. Hier blieben wir eine Nacht. 

Unser Plan war nun eigentlich von Wolfsburg direkt nach Löcknitz und dort bis zum Wochenende zu bleiben. Doch noch immer wissen wir nicht, ob wir in der Burg bei Bärbel übernachten dürfen.
Nun ist es am Mittwoch Morgen 14.10.2020 entschieden: Wir dürfen leider nicht in Löcknitz übernachten. Wieder sind es, wie damals März/April 2020, die Ferien, dass wir nirgends hinfahren dürfen, keine Übernachtungen. Es ist dermaßen ärgerlich, es sind Ferien, ich bin zu Hause .... und es ist nicht möglich. Dennoch habe ich beschlossen, werden wir Tagesausflüge nach Mecklenburg machen
Heute werden wir nochmal Erhard und seine Frau besuchen und anschließend nach Berlin fahren.

Ich fuhr am Donnerstag, den 15.10.2020 zu Helga nach Löcknitz. Wir sprachen wieder viel über die Flucht, den Krieg usw. Immer wieder sind Helgas Erzählungen spannend und interessant. Nachmittags war ich bei Mochows in Rothenklempenow.
Am nächsten Morgen holte ich Mutti aus Berlin nach Löcknitz.
Mutti und ich waren für 2 Tage bei Helga in Ramin am 16. und 17.10.2020. Wir besuchten am Abend Rosi Hoppe, die wieder einen wunderschönen Abendbrottisch vorbereitet hatte. Am nächsten Tag nahmen wir Rosi mit nach Mönchkappe und Wintersfelde.Es war ein schöner Ausflug. Leider bin ich bis heute nicht fündig geworden, wo meine Urgroßeltern hier ihr Elternhaus hatten. Von  meiner Uroma, aus Wintersfelde stammend, soll das Haus um die Wendezeit noch gestanden haben. Wir wissen nicht, ob es heute noch steht. Vor unserem Ausflug besuchten wir auf die spontane Schnelle noch Almut Reim, da Helga sie anrief zwecks einer Familienforschung aus Retzin. Sie ist im Besitz eines bereits ausgearbeiteten Stammbaumes der Familien Karow, Utecht und teilweise Beckmann, Holtz u.a. Außerdem besitzt sie die bisher älteste Chronik von Retzin von 1917 und alle anderen existierenden Retzin Chroniken. Ich hoffe, dass ich eines Tages einen Blick dort hinein werfen darf.

Donnerstag, 22.10.2020:
Lisa und ich sind , nachdem wir Marie weg gebracht haben, nach Löcknitz gefahren, denn das Beherbergungsverbot musste aufgehoben werden, da es nicht rechtens ist. 
Endlich wieder Zeit in Löcknitz verbringen....

Für Freitag, 23.10.2020 ist der Besuch bei Fred Walter Mochow in Rothenklempenow geplant. 
Und wir waren auch dort, haben ihn mitgenommen zu einer Tour nach Krugsdorf, die Ruine des Funkhauses.






Weiter ging es zum Mouseleum nach Koblentz, über die Wiesen Boviste sammeln,


weiter zum Barnimkreuz im Wald Richtung Dobra.




Dienstag, 17.11.2020
Heute war ich mit Mutti wieder bei Helga in Ramin. Es stand eigentlich der 2.Termin mit dem Nordkurier an. Es sollte um die entstandende Freundschaft zu Helga gehen und um meine Fortschritte in meiner Heimatforschung. Helga hat jedoch Respekt wegen Corona, so dass wir diesen Termin absagen mussten.
Trotzdem hatten wir eine wunderschöne interessante Zeit gemeinsam zu dritt. Leider ist die kleine Molli (der kleine Dackel) von Helga verstorben.
Wir sprachen über Flucht, Vertreibung und über die Vermissten.
Helga ruhte nach dem Mittagessen und Mutti und ich fuhren schnell nach Polen zum Tanken. Es war so unheimlich, nicht ein einziges Auto auf dem Polenmarkt. Er war zwar geöffnet, jedoch waren keine Deutschen dort. Wir kauften 2 Säcke Möhren. Ich hatte keine Ahnung, ob wir hätten rüber fahren dürfen. Helga sagte uns lediglich die Mecklenburger dürfen nicht rüber, Brandenburger ja, den Rest wusste sie nicht.
Danach fuhr ich mit Mutti nach Sonnenberg zum Friedhof. Ich wollte ihr den Grabstein von Opas Schwester zeigen, Erna Schmidt, geb.Aßmann. Auf diesem Grabstein steht jedoch der Name "Ahsmann". 2 PKWs standen vor dem winzigen Friedhof, sehr ungewöhnlich....ungewöhnlich viel und 4 Frauen pflegten Gräber. Mutti und ich liefen unter den Blicken der Damen den Friedhof entlang, blieben bei Karl Schmidt und seiner Familie stehen und gingen zu den Gräbern der Familien Schwartz. Ich rechnete damit, dass uns eine Frau ansprechen würde. Denn in einem so winzig kleinen Dorf kennt ja jeder jeden. Eine etwas ältere Dame kam tatsächlich auf uns zu. Wir staunten jedoch nicht schlecht, als sie Mutti fragte, "Bist du nicht Gisela Aßmann? Puh,...Mutti rätselte, wer sie wohl sein könnte. Ein spannender und doch humorvoller Moment. Sie stellte sich vor: "Margitta Schwartz"...welch eine Überraschung. Natürlich kamen wir ins Plaudern...eine lange Zeit. Sie erzählte von ihren Eltern, von Erna Aßmann mit ihrem Mann Karl Schmidt. Es war spannend. Sie gab uns ihre Nummer und nun sind wir sehr gespannt auf weitere Geschichten aus der Vergangenheit und auf Fotos. Ein Tag, der sich wieder sehr gelohnt hat, spontane Begegnungen...und dann noch mit Verwandtschaft. Ein voller Erfolg. 

Dienstag, 15.12.2020
Ein letzter Besuch vor dem Lock Down ab Mittwoch, den 16.12.2020, in Ramin bei Helga. Sehr spontan rief ich Helga an und sagte, ich bin gleich bei dir. Sie wollte noch Geschenke in Pasewalk kaufen und bisschen stöbern. Also beschlossen wir gemeinsam zu fahren. Gegen 9.30Uhr war ich bei Helga. Wir fuhren gleich nach Pasewalk zu Thomas Phillips und zum Second Hand Laden (Die Geschäfte mussten ab Mi.16.12.2020 schließen). Es war schön mit Helga zu bummeln. Gegen Mittag waren wir zurück und ich fuhr nach dem Mittagessen nach Polen. Die Mescklenburger durften nicht mehr rüber, bzw. hätten 10 Tage in Quarantäne müssen und deshalb konnte ich Helge nicht mitnehmen. Es war gespenstisch und ich fühlte mich wie in einer Gespensterstadt. Kein deutsches Auto weit und breit, weder an der Tankstelle, noch auf dem Polenmarkt und auch nicht auf der Straße. Nur wenige polnische Autos waren unterwegs. Naja, die meisten Berliner fahren auch nicht bis zum Grenzübergang Linken .Ich nahm noch die letzte Gelegenheit zum Tanken und zum Friseur wahr. In Deutschland hatte man dazu derzeit keine Chance, denn die Friseursalons waren kurz vor der langen Schließung hoffnungslos überfüllt. Auf dem Polenmarkt kaufte ich 2 Säcke Möhren für Helga. Knallzeug kaufte ich nicht. In Deutschland war dieses Jahr Knallzeugverkauf verboten   An der Grenze gab es tatsächlich keine Kontrollen, es stand keine Polizei, kein Zoll.
Nachmittags spielten wir noch Rommie und dann machte ich mich auf den Weg. Zuerst stöberte ich noch in Grambow an einem alten Bahnhofsgebäude und einem langem Speichergebäude. In einer offenen Veranda erschrak ich fürchterlich, als 3 kleine Kätzchen aus ihrem Versteck sprangen. Das Wohnhaus war leider verschlossen. In den Speicher konnte ich rein.
Ich fuhr durch Schwennenz und dachte, es ist noch hell, ich habe noch etwas Zeit. Ich fuhr durchs Dorf und anschließend eine kleine Straße links rauf. Das allerletzte Haus sah gruselig gigantisch aus.  Tatsächlich, eine ansprechende Ruine mit Nebengebäuden. Ich konnte auf den Acker direkt vor diesem gruseligem wunderschönem alten Haus parken und betrat mit Spannung dieses Haus. Es war das alte Haus von einem gewissen Herrn Dräger. Helga kannte ihn. Er lief auch im Winter mit kurzen Hosen und war wohl ein komischer Kauz, musste aber sehr klug gewesen sein, nachdem was ich für Unterlagen und Bücher in seinem Heim fand. Fenster standen offen, Dielen knarrten bei jedem Schritt und ich entdeckte alte Möbel, Reste von Medikamenten, Geschirr und unendlich viele Bücher. Es war dunkel. Ich leuchtete mit der Taschenlampe meines Handys. Ich konnte mich kaum lösen von dieser stillen Dunkelheit, von dieser Spannung, von all den Geschichtsbüchern, archäologischen Büchern und von sämtlichen Papierkram. Auch gefüllte Obstgläser, selbst eingeweckt standen ordentlich im alten Kellerregal. Laue Lüftchen durchzogen das Haus mit Kälte und so musste ich mich langsam auf den Rückweg machen ohne alles entdeckt zu haben. Aber ich wusste, hier muss ich unbedingt noch einmal rein.

...und so fuhr ich mit Lisa noch einmal am Samstag, den 19.12.2020 für eine Nacht zu Helga und wir durchstöberten zu zweit das gigantische Bauerngehöft. Lisa war auch voller Spannung und entdeckte Zeitungen, ein Plumsklo und sie durchkämte Wege zum Keller und zum Dachboden, wo das alte Ehebett noch stand, Klamotten lagen auf dem Bett und der prächtige Kleiderschrank stand offen. Ein alter Fernseher stand oben. Gigantisch, diese alten massiven Möbel. Ich nahm einige Papiere, Unterlagen und Zeitungen mit. Es war bereits verboten nach Mecklenburg zu fahren. Wir fuhren Prenzlau ab und über die Dörfer, so fuhren wir auch zurück. Zum Glück kamen wir in keine Kontrolle. 

Dieses Jahr zu Weihnachten machte ich mir selbst ein Geschenk, das erste Mal in meinem Leben: Einen Quest Q30 mit einem PinPointer...der muss noch aufgebaut werden und eingestellt und dann kann es losgehen auf die Schatzsuche, auf ganz bestimmte Gebiete.

2021
Auch im Januar habe ich mit Lisa schon Helga besucht, wenigstens für 2 Tage. Es war sehr aufregend, da die Grenzen nach Mecklenburg noch immer dicht sind und wir sind über Gartz - Glasow nach Ramin gefahren, zum Glück ohne jegliche Kontrolle. Wobei wir einmal Zollkontrolle sahen, auch Polizeiautos und auch das Ordnungsamt kam uns entgegen. 

21.02.2021
Schmerzlich erfuhr ich heute von Helga Kohn, dass Erwin Jaß verstorben ist. Erwin war ein toller Mensch. Nach zig Jahren durften wir ihn letztes Jahr noch einige Male besuchen. Ich hoffte ihn noch einmal besuchen zu können, um ihn zu befragen zur Dorfgeschichte, als Zeitzeuge. Durch Corona war mir dies leider nicht mehr möglich. Ruhe in Frieden lieber Erwin.

https://trauer.nordkurier.de/traueranzeige/erwin-jass



03. - 05.03.2021 zu Besuch mit Lisa in Ramin bei Helga Kohn
Am 3.3.2021 fuhr ich abends mit Lisa und den beiden Katzen nach Ramin zu Helga. Wir hatten am Do 4.3.2021 nämlich einen Termin zur Kastration unserer beiden Katzen.
An diesen beiden Tagen blieb mir ziemlich wenig Zeit für meine Forschungen und Recherchen.
Donnerstag, den 4.3.2021 fuhr ich mit den dreien , vor ihrer kleinen OP, nach Salzow, um dieses kleine versunkene Dorf im Hellen betrachten zu können. Damals war es schon sehr finster, als ich die Mauerreste von Salzow fand. Dieses Mal entdeckte ich sie auf der anderen Waldwegseite und war überrascht, wie groß doch dieses kleine versunkene Dorf gewesen sein muss. 
Ich stöberte entlang der Ruinen , die von Moos bedeckt im Boden verankert liegen. Voller Erwartungen kramte ich meinen Quest und den PinPointer heraus und erstmal eine kleine Gartenkelle. Ich fand etliche Stellen, wo sich Metall im Boden befindet. Ein blauer , sehr gut erhaltener Kochtopfdeckel kam nach Graben zum Vorschein, ein altes Türschloss und etwas undefinierbares. Außerdem lagen etliche alte DDR Glasflaschen und Gläser herum, alte DDR Fitflaschen und div.Drogerieflaschen, auch alte kleine Medikamentenfläschchen. 
Dieses Dorf muss wunderschön gewesen sein. Das Gutshaus fiel damals wohl in sich zusammen und wurde nicht abgerissen. Lediglich die Steine wurden verwendet von den Bauern. 

Helga zeigte mir alte Feldpostbriefe von ihrem Großvater Franz Hensel aus Klütz. Er fiel im 1. Weltkrieg. 
Sie zeigte mir nochmal alte Fotos. Ich bin gerade bei dem Anfang der Siedlungen und ihrer einzelnen Familien und deren Geschichten. Da ich mit dem Beisischen Hof beginne, brauchte ich diese Geschichte und die Bilder von Willy Beise und dessen Frau Elsbeth geb.Zubke. 

Am nächsten Morgen machte ich mich im sonnigen Frost und leichtem Nebel auf dem Weg zur Raminer Weiche (km17,15), zu den Bahngleisen vom Holzweg aus. Ich wanderte ziemlich lange bis ich den alten Bahndamm, wo einst die 2.Gleise neben der Hauptsrecke lagen. Hier hoffte ich, Reste des Beisischen Hofes zu finden. Sobald das Wetter wieder besser ist möchte Helga mir das Grundstück auf dem Fieselberg zeigen, wo einst der Beisische Hof stand. Ich denke, das Richtige schon gefunden zu haben. Als ich weiter lief und auf den alten Bahndamm kletterte entdeckte ich doch 2 kleine alte Steinreste vom alten Bahndamm der Raminer Weiche, an dem auch ein Wärterhäuschen gestanden haben soll, in dem Herr Bonin wohnte. 





Die Gleise sollen die Russen damals abgetragen haben. Auf dem Bahndamm wachsen heute kleine Bäume und unberechenbare Dornensträucher, die mir einige Splitter in meine Hände rammten. 


Mit nassen Schuhen trat ich den Rückweg an.
Wir besuchten Bärbel in Grambow noch und fuhren am Nachmittag zurück nach Ramin. Wie schön wäre es doch, wieder in meine alte Heimat zurückkehren zu können. Leider gibt es in dieser Gegend keine Arbeit für mich. Die Sehnsucht nach der Heimt , nach der Stille und Ruhe ist sehr groß. 
Ich freue mich auf meinen nächsten Besuch in Ramin, auf die alten Häuser.

12.-13.März 2021: wieder zu Besuch bei Helga in Ramin. 
Noch immer sind Mecklenburgs Grenzen dicht. Ich fuhr wie immer gleich morgens los. Seit einer Woche ist endlich wieder Schule. So brachte ich Lisa in die Schule und fuhr in Richtung Heimat.  In Schwennenz parkte ich auf dem Acker der Ruinen Villa von Drägers. Was ich nicht sah, dass es modrig war und tatsächlich fuhr ich mich fest.  So ein Pech, hier im für mich verbotenen Mecklenburg ?. Ich rief Helga an, Irmi war unterwegs und Kalle Zeising nicht zu Hause. Also ging ich runter ins Dorf.  Dort sehe ich einen großen schwarzen SUV stehen und klingel einfach an der Haustür.  Ein junger netter Mann öffnete die Tür.  Er war polnischer Herkunft. Sehr freundlich bot er mir seine Hilfe an. Doch er stellte fest, wir besaßen kein Abschleppseil. 
So marschierten wir gemeinsam ins Dorf weiter rein und er klingelte an einer Haustür mit polnischen Nachnamen. Ein Mann kam heraus und sie redeten polnisch. Der Mann lief zu seinem Auto und brachte uns ein Abschleppseil, welch ein Glück. 
Wir gingen zurück zum großen Sheep. Zusammen fuhren wir auf den Acker.  Wir suchten nach der Abschleppvorrichtung an meinem Auto.  Ich kramte das Handbuch heraus und wir waren schlauer. Hinten im Reserad lag ein schraubbarer Steckschlüssel,  den er in die Vorrichtung einschraubte. Mir war doch mulmig zumute, dass mein Auto nicht in sein Heck glitt. Aber zum Glück ging alles gut und mit viel Kraft konnte er meinen schweren PKW heraus ziehen aus dem Dreck. Ich war sehr dankbar. 

Am nächsten Morgen planten Helga und ich gemeinsam in diese verlassene Villa zu fahren. Schließlich liegen dort noch immer Unmengen von Unterlagen,  Büchern,  Zeitungen,  Papieren. Ich staunte über Helga. Mit ihren 86 Jahren kroch sie durch jedes Zimmer und sammelte Stoffe,  Gardinen, Wolle, sogar einen Sessel.  Wir verbrachten 3 Stunden in der verlassenen Ruine.  Es war spannend,  erfolgreich. Viel kann ich erfahren über Geschichte,  über das Leben der Drägers. 
Helga wartet nun, dass wir noch einmal dort einen Besuch abstatten. 

17. März 2021
Durch Zufall schrieb mich Anja Lindemann an. Ich brauchte eine Weile, eh ich sie in meine Vergangenheit einordnen konnte. Es ist die Enkelin von Christel Dost...nein, welch ein Zufall. Wir schrieben per Handy, erst Facebook, dann whatsapp.  Ich war so neugierig und freue mich nun auf einen Besuch bei ihr.

26.3.2021
Nachdem ich viele Unterlagen aus dem Hause Drägers angesehen habe, fand ich auch einige Namen seiner Verwandtschaft. So setzte ich mich an meinen Laptop und googelte, fand tatsächlich seine Nichte Beatrix Dräger. Ich schrieb ihr eine Mail und sie rief mich glatt zurück. Wir hatten ein langes Interessantes Gespräch. Sie bot mir an, Kontakt zu ihrer 90 jährigen Tante Diethild herzustellen, die in Berlin lebt.  Als Zeitzeugin möchte ich sie befragen,  nach Schwennenz und ob sie meinen Opa kennt.  Außerdem darf ich nun offiziell in die Ruine und Papiere, Dokumente,  Bücher,  Fotos aussortieren. Darauf freue ich mich schon jetzt.  Es war doch wieder ein spannendes neues Element in meiner Heimatforschung. 
Gleich am nächsten Tag,  27.3.2021 schrieb mich Astrid Schultz auf Facebook an. Ihre Mutter stammte aus Schmagerow und ihr Vater aus Salzow. ..wow, noch ein voller Erfolg. Er arbeitete auf dem Gutshof in Schmagerow.  Ich bin gespannt auf ein hoffentlich baldiges Telefonat. 

28.3.2021
Heute telefonierte ich mit einer Dame,  geboren in Schmagerow,  geborene Busch, Waltraud. Ihre Tochter Astrid vermittelte den Kontakt nach meinem Aufruf im Facebook in der Gruppe " Wir in Löcknitz ". Es war so spannend.  Wir werden noch oft telefonieren und hoffentlich bald sehen dürfen,  denn sie hat viele alte Fotos.  Ein Schatz für mich und meine Heimatforschung. 

Besuch bei Helga in Ramin von Donnerstag2.4. bis Samstag 4.4.2021 
Zuerst fuhr ich zum Kaffee nach Menkin zu Jürgen und Marlene. 
Wie derzeit immer schummelte ich mich nach Mecklenburg. 
Karfreitag verbrachte ich den Vormittag in Schmagerow.  Ich besuchte Bernd Neumann dort. Meine Mutti ging mit seiner Schwester Marlies zusammen in eine Klasse. Außerdem trank er damals mit meinem Vater gerne einen übern Durscht?. Anschließend stöberte ich zum Eiskeller in Schmagerow,  sah mir die Ruinen des Schafstalles an und suchte die Reste der alten Schnapsbrennerei. Diese wurde irgendwann nach Ramin verlegt. 
Zum Mittagessen waren Helga und ich bei Irmi Herntrich zum Gänsebraten eingeladen.  Irmi ging ebenfalls mit meiner Mutter in eine Klasse. Sie ist Tierärztin in Ramin.  
Am Nachmittag fuhr ich wieder in die Ruine von Dräger s. Noch ein Zimmer,  dann habe ich das Haus durchsucht,  zumindest die Unterlagen und Bücher.  
Auch am Samstag Vormittag fuhr ich nochmal hin. Helga hatte leider keine Zeit für Fotos oder Häuser.  Sie war am Marmelade kochen ?.
Ich fand alte Reichsmark Scheine und einen alten 50 € Schein von 2002. 
Samstag nach dem Mittagessen fuhr ich wieder nach Hause. 

Sondelausflug nach Salzow am Mittwoch,  7.4.2021
Ich fuhr mit Lisa und Maximilian nach Salzow,  Ferienausflug Sondeln. Der Detektor schlug andauernd an, schließlich liegt hier ein komplettes Dorf unter der Erde. 
Wir gruben eine kleine Küchenherdtüre aus, einen alten Türgriff,  Teile einer Schüssel,  Schuhe und viele Blechteile. 













Montag 26.4. - Dienstag 27.4.2021
Mal wieder stand Ramin, ein Besuch bei Helga an. Auf der Hinfahrt telefonierte ich mit Fr. Waltraud Busch geb.Krüger aus Schmagerow. Ich freue mich schon jetzt, wenn ich sie endlich besuchen darf, denn sie ist im Besitz von historischen Fotos von Schmagerow und hat ein enormes Wissen über dieses kleine Dorf in Pommern. Außderdem rief ich Margitta Schwartz an, um ihr einen Kaffeebesuch abzustatten. Leider hat sie mir am Telefon mitgeteilt, dass sie gerade krank zu Hause liegt, Corona Oh nein, sie sagt, der Verlauf bei ihr sei wie bei einer Grippe. Ich hoffe, sie wird schnell gesund und ich kann sie bald besuchen.
Auf dem Weg zu Helga fuhr ich noch schnell am Retziner Friedhof entlang, hielt doch nochmal an und siehe da, ich entdeckte neben dem Friedhof alte, im Erdboden verunkene Grabsteine, die z.T. noch lesbar sind.


August Beckmann 



Karl Sy



Ernst und Martha Heilmann 






Es folgte die nächste Überraschung. Einen Tag vorher begann ich mit der Planung unseres Klassentreffens von der Lehre aus B914 , Abschlussjahr 1994. Es war spannend und so nervenaufreibend, mit großer Freude schaute ich alle paar Minuten aufs Handy. Ich gründete die Whatsapp Gruppe Klassentreffen 7.Mai 2022. Beim Graben klingelte mein Handy und Andrè Kolhoff war am anderen Ende. Ich freute mich riesig und wir quatschten eine ganze Weile.
Dann rutschte ich weiter nach Ramin. 
Peter Korth kam vorbei auf ein kurzen Kaffeeklatsch bei Helga. 

Ich fuhr wieder nach Schwennenz, um das letzte Zimmer nach Unterlagen vollständig abzusuchen, was sich wieder lohnte. Einen großen Karton voller Bücher und Unterlagen konnte ich sichern. 
Als ich los wollte dachte ich, ich schau noch ins Nebengebäude und dachte so bei mir, "Ich war noch gar nicht auf dem Dachboden des kleineren Hauses.", so stieg ich die knarrende alte Holztreppe mit etwas zitternden Knien rauf. Ich traute meinen Augen nicht. Das ganze Zimmer war voller Blätter, Papiere, Bücher und was auch immer. Ich durchkämte es nur oberflächlich. Hier werde ich wohl noch mehrmals wühlen müssen um alles durchzuschauen. 
Also fuhr ich am nächsten Tag mit Sven Willnow erneut nach Schwennenz und wir schauten etwas durch die Unterlagen. Auf meinem Plan für den nächsten Besuch in Ramin steht nun also doch wieder die Dräger Villa in Schwennenz. Dank der Unterlagen, vieler Briefe und Aufzeichnungen weiß ich, dass Eginhards Vater Wilhelm Eisenbahningenieur war und er unter anderem Bauleiter des Baus der Eisenbahnbrücke in Stettin am alten Friedhof war. Er muss ein sehr schlauer Mensch gewesen sein. Es müssen Aufsätze von Stettin und Pläne, Tagebücher existiert haben. Dies wichtigen Unterlagen sind leider aus dem wunderschönen Hause verschwunden. 

Mit Helga schaute ich nochmal einige alte Fotos durch. Es war für sie sehr anstrengend, so dass wir nur wenige Bilder durchsehen konnten. Fürs nächste Mal steht das Raminer Einschulungsfoto von 1940 an, denn darauf erkennt sie so ziemlich jeden. 1940 wurde sie selbst in Ramin eingeschult.
Auch die Häuser müssten wir endlich anfangen, denn dies wird ein langes Projekt werden, mit den Hausbesitzern und ihren Daten, Geschichten usw. 

Außerdem fuhr ich erneut nach Glasow zu den Ruinen Nähe des Friedhofes. Die Ruine neben dem großen Vierkanthof vorn an der Straße war dieses Mal zugänglich, da der Zaun weg gerissen war und hinten aufgebrochen worden war. Hier wohnte zuletzt ein Herr Ralf Eschert. Er hatte wohl keine Arbeit und zahlte seine Miete nicht. 



Mittwoch, 19.Mai 2021
Heute war ich mit meiner Tochter Marie in Mecklenburg. Wir haben einen tollen Ausflug gemacht, bei herrlichem Sonnenschein und milden 22Grad.
Zuerst fuhren wir zu Helga zu Besuch, brachten ihr altes Brot für ihre Hühner, Enten und Kaninchen. Anschließend ließen wir uns am Lebehner See auf der Rastbank nieder um zu frühstücken, ganz in Ruhe. Nach unserem ausgiebigem Picknick ging es ein paar Hundert Meter weiter in die alte Bushaltestelle, die heutzutage eine Bibliothek ist. Marie suchte sich 2 Bücher aus und ich fand auch 2 Bücher. Es ist interessant hier zu stöbern. Anschließend ging es wieder nach Schwennenz in die Dräger Villa. Schließlich gibt es hier für mich noch viel aufzuarbeiten und zu suchen. Das Elternhaus bin ich zwar durch, aber noch nicht das kleine , von Efeu überwachsene Häuschen, indem Eginhard lebte. Auf dem Dachboden oben in seinem Zimmer liegen unendlich viele Zettel, Papiere, alles lose, zerstört von irgendwelchen Idioten. Ich versuche vieles zu retten, mitzunehmen, zu lesen, zu sortieren. Für die Negative, die ich dort fand habe ich mir einen Digitalscanner gekauft und bin nun dabei, diese Negative nach und nach auf meinem PC zu sichern. Was müssen das alles nur für schlaue Menschen gewesen sein? Künstler, Maler, Restaurateur, Bodendenkmalpfleger, Schatzgräber, Theater, Imker, Fotografen, Eisenbahningnieur......Wahnsinn. Kluge intelligente Leute. Danke des neuen Gerätes kann ich nun all diese Negative betrachten und habe bereits gesehen, wie das Haus einst aussah, wie die Inneneinrichtung gestalter war. Es ist sehr spannend dies zu erforschen und zu erkunden.



Picknick am Lebehner See


Wintergarten bei Eginhard Dräger


Friedhof in Schwennenz



Samstag, der 29.Mai 2021
Lisa, Mutti und ich haben für diesen Tag einen Besuch bei Anja Lindemann geplant. Sie ist die Enkeltochter von Christel Dost, mit ihr verlebte mein Opa seine letzten Lebensjahre, nachdem meine Oma verstorben ist. Wir hatten regelmäßige Kontakte zu Christel und zu ihren Kindern und Enkelkindern. Anja schrieb mich eines Tages auf Facebook an in der Gruppe: " Wir aus Löcknitz". Ich konnte sie anfangs nicht zuordnen. 
Am späten Vormittag kamen wir in Polzow an, an dem Haus, wo am Zaun die Gummistiefel hängen Wir drückten und freuten uns riesig, als wir uns sahen. Auch die Mädels verstanden sich sofort. Lisa war gleich mit Betty und Alma verschwunden. Wir saßen in der großen Küche und redeten aus alten Zeiten. Wenig später kam auch Anja s Mutti Regina rüber. Ich habe sie kaum wieder erkannt. Die Gesichtszüge sind allerdings gleich geblieben und waren sofort erkennbar Sie ist mittlerweile 72Jahre und sie brachte alte Fotos mit, konnte mir einiges aus alten Zeiten und von ihren Vorfahren erzählen.
Lisa blieb gleich eine Nacht dort. Am nächsten Tag fuhr ich von Berlin nach Polzow, um Lisa abzuholen. Zuerst machte ich nach dem Kaffee bei meinen Eltern einen Abstecher nach Schwennenz in die Dräger Villa, um alte Kleidung für Papas 70. Geburtstag dieses Jahr mitzunehmen und ich bin auch gut fündig geworden. Auf die Schnelle fand ich einiges an alter Kleidung und nahm die Daunenkissen und das Daunenfederbett mit sowie etwas Kleinkram, auch für Helga eine DDR Tischdecke , gelber rustikaler Stoff und eine runde gestickte Tischdecke, reine Handarbeit, ein Traumteil, welche noch heile geblieben ist.




Anschließend trank ich bei Helga noch einen Tee und fuhr weiter nach Polzow.

Nun ist geplant, dass sich die Mädchen schnell wieder treffen und ich möchte Regina mit zu Helga nehmen, damit sie sich wieder einmal über Kinderzeiten unterhalten können und um Personen auf den alten Fotos zu ergänzen.

Bad Orb, 18.Juli 2021:

Eines Tages ergab es sich, dass ich über Ancestry einen Vincent traf, der mit Jaß in Ramin verwandt sein müsste. Ich schrieb ihn an und eines Tages gab er mir eine Handynummer von einer Gundula Büngel, geboren in Ramin. Ich telefonierte mit ihr, als ich in Löcknitz war, wollte mich mit ihr treffen, bis sie mir sagte, sie wohne in Bayern, Grenze zu Hessen. Unsere Reha in Bad Orb stand an und ich fragte sie, wie weit Bad Orb von ihrem zu Hause weg ist? "Eine Stunde"sagte sie...so machten wir ein Treffen aus, welches heute statt fand. Sie überreichte mir 4 Listen, akribisch angelegt, sauber und ordentlich, von ihrem Opa. Ich freute mich riesig und unser Treffen mit ihrem Mann war ein voller Erfolg, Wir hatten tolles Wetter und sprachen viel über die Familien Jaß, Knop, Büngel u.a. , natürlich auch über Ramin, über die Flucht usw. Erstmal konnte ich mir nicht viel merken. Aber ich kann sie anrufen und sie wird mir Einzelheiten erneut berichten. 
Gundulas Mutter war Edith Jaß, Schwester von Erwin Jaß und ihre Vater war Manfred Büngel. 
Mit 9 Jahren verließ sie Ramin mit ihren Eltern und sie zogen in die Nähe von Aschaffenburg, damals durch Ostberlin nach Frankfurt/Main in den Westen. 

Wochenende 10.-12.September in Ramin bei Helga Kohn:
10.9.2021 Wir lieferten Lisa in Polzow bei Anja und ihrer Familie ab. Mutti und ich fuhren zu Helga nach Ramin.
11.9.2021: Wir besuchten heute Margitta Schwartz in Sonnenberg (das 1.Mal). Sie hatte Fotos herausgesucht und wir sprachen über ihre Familie. Die Fotos waren interessante Familienfotos und es gab sogar ein Familienfotos der Familie Aßmann, entstanden wahrscheinlich noch in Hammer (heute Drogorodz).
Am Nachmittag fuhren wir nach Stettin Klütz, Geburtsort von Helga. Wir besuchten den Gedenkstein vor dem Friedhof, den alten deutschen Friedhof, der im Wald vor sich hin verfällt, den Platz, wo einst das Henselsche Gehöft stand, indem Helga geboren wurde und wir bestiegen den Hasselberg, Oberklütz, mit einer herrlichen Aussicht auf die Oder und die Oderarme.



Wir pflückten die kleinen gelben Spillinge, die Helga später zu Saft und Gelee verarbeitete.
Am Abend besuchten wir Anja in Polzow. Sie feierte ihren 39. Geburtstag und auch ihre Eltern waren dabei. So konnten wir uns nochmal intensiv mit Regina , geb.Dost, austauschen.

Am Sonntag, den 12.September 2021 nahm ich mit meiner Mutti am Tag des offenen Denkmals teil, d.h., wir besuchten am Vormittag die Kirchen in Retzin, Glasow, Sonnenberg und das Mausoleum in Lebehn. Dann mussten wir leider zum Mittagessen zu Helga zurück und dann Lisa von Polzow abholen und nach Berlin zurück.
Die Touren in den Kirchen wurden vom Pastor Jehsert veranstaltet und es waren Themen wie die Siedlungsgeschichte und weitere spannende Inhalte. Schade, dass wir nicht den ganzen Tag teilnehem konnten.

13.+14.September Besuch im Landesarchiv Greifswald:
Ankunft am 13.9. pünktlich zu 09Uhr in Greifswald im Archiv. Herr Uwe Malz war so nett und suchte mir bereits Akten von Ramin, Sonnenberg und Schwennenz sowie Retzin heraus. Es war ein Volltreffer, genau das, wonach ich suchte. Es waren Akten der Siedlungen mit ihren Einwohnern. Geschafft habe ich allerdings nur Ramin und Sonnenberg.






Den Rest hebe ich mir für November auf, wenn ich das 3.Mal im Archiv sein werde. 
Ich buchte eine Nacht im Stettiner Hof. 16.30Uhr musste ich den Lesesaal verlassen. Als ich auf dem Hof des kleinen Hotels ankam sprach mich Anke Rakow an- ich hatte es nicht mehr im Kopf, dass wir uns verabredet hatten, denn sie wohnt in der Nähe von Greifswald. Anke forscht ebenfalls in Mönchkappe. Ihre Vorfahren sind Wegener und Kersten aus Mönchkappe.Über einige Ecken ist sie wahrscheinlich mit Helga aus Ramin verwandt. Hier suchen wir jetzt die Verbindung.

Auf dem Rückweg war ich noch kurz bei Helga und habe mir anschließend das alte Gutshaus in Nadrensee angeschaut. Ein wunderschönes Haus, bereits zur Hälfte umschlungen von Efeu und Ranken.














Ich freue mich auf die Oktoberwoche ab 15.10.2021, in Löcknitz mir Astrid und Werner und auch Anke wird für eine Nacht kommen. Astrid stammt sich aus Schmagerow (Krüger und Busch). Wir haben sehr viel vor.

Für Freitag, den 17.09.2021 ist meine allererste Tour mit den Bodis (Bodendenkmalpflege Berlin) Richtung Tollensee geplant. Treffpunkt:  10.00 Uhr Dorf Weltzin, Lindenstraße.
Es war ganz toll, sehr interessant und spannend. Wir trafen uns morgens am S Bahnhof Marzahn, der RA und ich, wir brachten dann schnell Lisa zur Schule und dann ging es ab zum 
Dorf Weltzin, in die Lindenstraße. Hier trafen sich die Bodis am alten Gutshaus und wir gingen mit der Führung Dr.Krüger ins Tollensetal. Er erklärte uns die Funde dort, die einzelnen Fundstellen, dass dort noch jede Menge Knochen aus der Bronzezeit liegen. Er analysierte, dass es ein riesiges Schlachtfeld vor ca. 3000Jahren war und die jungen Männer, die dort liegen, die Verlierer in der damaligen Schlacht waren. Dies kann man anhand der Bogenspitzen in den Knochen erkennen.

















Weiter ging es nach dieser spannenden Führung in die Burg nach Klempenow , ebenfalls mit Führung und sehr gesundem Mittagessen und zu guter Letzt fuhren wir ins Pommersche Landesmuseum nach Greifswald und schauten uns die Ausstellung "Blutiges Gold" an. Es war ein sehr guter Tag, viele Menschen kennen gelernt. 



Freitag, 24.September 2021:
Heute war ich im geheimen Staatsarchiv in Berlin Dahlem und habe sehr alte Unterlagen abfotografiert, hauptsächlich Schwennenz und der Familie von Ramin. Leider ist Vieles für mich nicht lesbar, da es Akten z.T. aus dem 16.-17.Jahrhundert sind.

Bei einem sehr netten und ausführlichem Telefonat mit Frau Wolf aus Neubrandenburg (Fünfeichen) am 27.09.2021, erfuhr ich, dass der Paul Basler und der Paul Woldt im Internierungslager Fünfeichen verstorben sind. Den Georg Schönbeck konnte sie nicht finden und Otto Mundstock war nicht in Fünfeichen. Ich fragte nach den SS Männern aus Ramin an.

Per Email nahm ich Kontakt zum Dr.Dankward auf, der eine eigene Ramin Homepage pflegt und in engem Kontakt zu der Familie von Ramin steht.

Mittwoch: 6.10.2021




Heute wählte ich eine Abfahrt vor Penkun und fuhr durch Schmölln. Auch hier entdeckte ich ein wunderschönes großes altes einfallendes Guts?haus, direkt am See.





Ich fuhr weiter nach Penkun, noch einmal ins Schloss, ins DDR Museum. Hier lernte ich heute Raik kennen, einen ehrenamtlichen Bodenpfleger. Wir unterhielten uns sehr lange über die Bodendenkmalpflege, über Sondler, über Geschichten, Chroniken der Umgebung. Er möchte ev. für mich interessante Kontakte herstellen und er persönlich ist sehr interessiert an die Unterlagen (Funde) von Herrn Dräger aus Schwennenz. Wir wollen uns in der Oktoberwoche treffen, wo wir in Löcknitz Urlaub machen. 






Morgen, Freitag, den 15.Oktober steht endlich unser Löcknitz Urlaub an.
Geplant ist ein Treffen mit A.Rakow (Vorfahren aus Mönchkappe). Wir treffen uns mit Astrid (aus Schmagerow stammend) und Werner und verbringen mit ihnen gemeinsam den Urlaub.
Am Montag, 18.10.2021 werde ich im Archiv in Stettin sein und am Mittwoch in Retzin im Pfarramt um einen Blick in die Kirchenbücher zu werfen. 


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